Ärztenetze

15 Jahre ÄG Nord eG

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Vor 15 Jahren, am 25. Mai 2000, wurde in Neumünster mit der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein eG (ÄGSH) Deutschlands erste Ärztegenossenschaft gegründet, aus der im Januar 2010 die Ärztegenossenschaft Nord eG (ÄGN) wurde. Deren Kernkompetenzen sind die außer der politischen Interessenvertretung die Verhandlung und Abwicklung von Selektivverträgen, die Bündelung von Nachfrage in Form des gemeinsamen Einkaufs als ein Grundsegment genossenschaftlichen Handelns sowie die Übernahme von Managementaufgaben für Praxen, Praxisnetze und Verbände.  

Auf der 15. Generalversammlung der ÄGN blickten Vorstandssprecher Dr. Klaus Bittmann und sein Stellvertreter Dr. Svante Gehring auf das vergangene Arbeitsjahr zurück. Klaus Bittmann stellte heraus, dass sich der Schwerpunkt zunehmend auf innovative Verträge und die Gestaltung neuer Versorgungsideen verlagert, zumeist in Zusammenarbeit mit Netzen. Neue Kooperationsformen und die Herausforderungen des demografischen Wandels erforderten eine stetig wachsende Bereitschaft zur Kooperation.

Marcus Jünemann

Marcus Jünemann

Im Vorfeld der Generalversammlung berief der Aufsichtsrat den Internisten Marcus Jünemann (48) aus Großhansdorf (Kreis Stormarn) zum neuen Vorstandsmitglied. Mit der bereits Anfang 2015 in den Vorstand berufenen Rendsburger Anästhesistin Dr. Eefje Barber (40) zählt der Vorstand der ÄG Nord nun wieder sechs Mitglieder.

Marcus Jünemann gehört der ÄGN seit 2006 an. Er gilt als eingeschworener Netzwerker. Seit 2009 engagiert er sich auch berufspolitisch, ist Mitgründer und von 2009 bis 2013 im Vorstand von menesto e.G. (Medizin Netz Stormarn) und war von 2013 bis 2015 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ÄGN. In der Ärztekammer ist Jünemann Mitglied der Kammerversammlung und im Kernausschuss Qualitätsmanagement, in der KVSH stellvertretender Abgeordneter und Ausschussmitglied sowie ehrenamtlicher Sozialrichter für Kassenarztrecht. Zum besseren Systemverständnis absolvierte er 2009 zudem ein Studium Gesundheitsmanagement in Düsseldorf und verfasste seine Masterarbeit zum Thema Arzneimitteltherapiemanagement im Arztnetz. Jünemann im ÄGN-Newsletter „Arzt im Norden“ zu seiner neuen Aufgabe: „Ich bin ein überzeugter Teamplayer. Beim Übergang vom Krankenhaus in die Niederlassung suchte ich ein Netzwerk, das mich fachlich, politisch und strukturell unterstützt. Ich habe dieses in der ÄG Nord gefunden und erfahren, dass gute Strukturen ein zufriedenes Arbeiten als Arzt mit viel Lebensqualität ermöglichen. Dies gilt für meine Praxis, aber auch für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Netz und mit unseren Körperschaften. Meine Erfahrungen möchte ich weiter tragen, um auch mehr junge Kollegen für die ambulante Versorgung in Schleswig-Holstein und für unser Netzwerk Ärztegenossenschaft zu gewinnen.“

Dr. Eefje Barber

Dr. Eefje Barber

Dr. Eefje Barber studierte von 1995 bis 2001 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Humanmedizin. Ihre berufliche Ausbildung führte sie von Eckernförde über Rendsburg bis Hamburg, wo sie von 2004 bis 2009 ihre Facharztausbildung zur Anästhesistin im Bundeswehrkrankenhaus absolvierte. Während der Zeit als Sanitätsoffizier war Eefje Barber mehrfach in Afghanistan eingesetzt, wo sie unter besonderen medizinischen, klimatischen, menschlichen und politischen Bedingungen Erfahrungen in vielen Facetten des Arztberufs sammeln konnte. Nach der Bundeswehr war sie freiberuflich als Anästhesistin und Notärztin in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein aktiv. Seit April 2011 ist sie als leitende Anästhesistin in der Augenklinik Rendsburg im Angestelltenverhältnis tätig. Seit Oktober 2014 studiert Eefje Barber nebenberuflich an der Kieler Uni Hospital Management. „Ich bin auf eine interessante Arbeit in der Ärztegenossenschaft Nord gespannt, in der ich meine beiden Leidenschaften – den Arztberuf und wirtschaftliche Fragestellungen in unserer sich ständig wandelnden politischen Landschaft – gestalterisch vereinen kann.“

Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Thomas und Vorstandssprecher Bittmann erinnerten an ihren im November 2014 tödlich verunglückten langjährigen Weggefährten, den Kieler Anästhesisten Andreas Rinck. Dessen Nachfolger als zweiter Vorstandssprecher, Svante Gehring, appellierte in seinem Beitrag an eine neue Aufbruchsstimmung und eine Rückbesinnung auf genossenschaftliche Werte. Sein Aufruf zur „Ärztegenossenschaft 2.0“ erinnerte daran, dass diese Grundwerte in einer vernetzten Gesellschaft, die sich zunehmend auf „Sharing Economy“ ausrichtet, ein mehr als zeitgemäßes Modell darstellt, als solches aber auch von Mitgliedern gelebt werden müsse.

 

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