Ärztenetze

ÄG Nord: Die Selbstverwaltung ist nach wie vor gefährdet

Die Ärztegenossenschaft Nord stellt auf ihrer Generalversammlung ein neues inhaltliches Konzept vor.

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Generalversammlung_ÄG_Nord

Generalversammlung ÄGN, 08.06.2016

Die Ärztegenossenschaft Nord eG (ÄGN), vor 16 Jahren aus der politischen Bedrohung der Selbstverwaltung heraus gegründet, hat auf ihrer Generalversammlung am 8. Juni in Rendsburg ein neues inhaltliches Konzept vorgestellt. Dieses steht unter den Anzeichen, dass junge, nachrückende Ärzte einen stärker ausgeprägten Wunsch nach Arbeit im Team haben und zunehmend auch in einem Angestelltenverhältnis stehen. Allein die Gefährdung der Selbstverwaltung, zumal heute wesentlich subtiler als zur Gründungszeit der Genossenschaft, ist keine Motivation, die Mitgliedschaft zu erwerben. Zudem kämpfe die Ärzteschaft als Freiberufler mit den Folgen des demographischen Wandels.

Leistungsverdichtung, Kostendämpfung, Hygienerichtlinien, Versorgungsstärkungsgesetz, Risikostrukturausgleich, Antikorruptionsgesetz, Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen, Innovationsfonds und Patientenrechtegesetz seien einige Schlagworte, die das ärztliche niedergelassene Wirken im täglichen Handeln begleiten und beeinflussen, so die Begründung für das neue Konzept. Der Fokus der Arbeit der Genossenschaft soll stärker darauf ausgerichtet werden, den niedergelassenen und angestellten Arzt hierbei mehr zu entlasten.

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Dr. Klaus Bittmann (1. Sprecher ÄGN)

Die ÄGN hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Arzt wieder Arzt sein zu lassen, den Weg nach vorn frei zu räumen und niedergelassenen Ärzten den Rücken zu stärken, betonte der Vorstand. „Das galt damals, und das gilt auch in Zukunft. Unsere Mitglieder kümmern sich um ihre Patienten und wir kümmern uns um unsere Mitglieder!“ 

Generalversammlung ÄGN

Generalversammlung ÄGN, 08.06.2016

Personell veränderte sich dieses in den Reihen der ÄGN: Vorstandsmitglied Dr. Eefje Barber (bisher Rendsburg) musste sich nach einem guten Jahr aus der Vorstandsarbeit verabschieden. Ihr Grund dafür ist der Wechsel des Arbeitgebers. Die Mitwirkung in der ÄGN seit April 2015 sei „eine aufregende Zeit voller Herausforderungen und geprägt von neuer Energie im politischem Wandel, der die Ärzteschaft – niedergelassen sowie auch angestellt – noch lange Zeit beschäftigen wird“, gewesen. – Auf der jüngsten GV wählten die ÄGN-Mitglieder Dr. Markus Dohrmann in den Aufsichtsrat. Der 42-jährige Allgemeinmediziner praktiziert in Barsbüttel in einer Berufsausübungsgemeinschaft mit zwei weiteren Kollegen. Die Nachwahl erfolgte, weil Dr. Marcus Jünemann (Großhansdorf) aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand gewechselt war. In 2017 steht turnusmäßig die Wahl des gesamten Aufsichtsrats an.

Die ÄGN, so die Berichte aus der Versammlung, hat 2015 in ihrem operativen Geschäft einen leichten Überschuss erwirtschaftet, jedoch weist das Gesamtergebnis einen kleinen Fehlbetrag aus. Bei den Erlösen spielen die Provisionen mit rund einer halben Million Euro Einnahmen die wichtigste Rolle. Sie waren damit etwas rückläufig, wie z. B. die Einnahmen aus der Abwicklung von Selektivverträgen. 2015 nahmen 1.389 Ärzte an Selektivverträgen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern teil. Darin waren 27.669 Patienten eingeschrieben. Positiv entwickelte sich das Geschäft mit Dienstleistungen: So managt die Genossenschaft unter anderem Praxisnetze in ganz Schleswig-Holstein; ihre Angebote richten sich auch an andere ärztliche Verbünde und Zentren. Geschäftsführer Thomas Rampoldt erwartet, dass dieser Bereich auch in 2016 wächst.

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