Ärztenetze

GVJL: Auch AMTS-Umfrage führte zur Anerkennung durch KV

Grundlage des AMTS-Stimmungsbildes waren von Q-Pharm entwickelte Fragen.

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Seit 1. September 2016 zählt der Gesundheitsverbund Jülicher Land e.G. (GVJL) zu den bisher vier anerkannten Praxisnetzen (nach 87b SGB V) der KV Nordrhein. Ausschlaggebend für diese Anerkennung war nicht zuletzt auch eine Fragebogen-Aktion zur Arzneimittel-Therapie-Sicherheit (AMTS), an der sich rund 30 GVJL-Mitgliedspraxen beteiligten. Grundlage des AMTS-Stimmungsbildes waren von Q-Pharm entwickelte Fragen. Aus dem Ergebnis der insgesamt 14 Fragestellungen werden nun weitere Maßnahmen zur AMTS-Verbesserung entwickelt.

Die teilnehmenden Ärzte antworteten auf Fragen, die sich in erster Linie auf den umfangreichen Bereich der Medikations(über)prüfung bezogen. Danach haben die Netzärzte pro Behandlungstag durchschnittlich mit rund zwölf Patienten Kontakt, die täglich fünf oder mehr unterschiedliche Medikamente einnehmen. Bei allen dieser Polypharmazie-Patienten werden medizinische sinnvolle Medikationsprüfungen durchgeführt, und zwar zumindest meist quartalsweise, jedoch auch außerhalb des vierteljährlichen Turnus aus unterschiedlichen Gründen, wie bei Medikamentenumstellungen und Therapieveränderungen oder je nach Gesundheitszustand. Überprüfungen der Medikation erfolgen außerdem oft beim Verdacht auf UAW, bei Krankenhausentlassungen und bei Beginn einer neuen Dauerverordnung.

Die antwortenden Ärzte gaben auch Informationen zu Hindernissen oder Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Medikationsprüfung. Besonders im Hinblick darauf, dass Patienten (ab Einnahme von drei Medikamenten) ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan haben, ergab die Umfrage eine lange Problem-Liste. So sieht es aktuell noch so aus, dass oft Verordnungen anderer (Fach)ärzte nicht bekannt sind und nur rund fünf Prozent der Polypharmazie-Patienten ihren Plan beim Praxisbesuch mitbringen.  

Insgesamt ist AMTS von den meisten der Befragten als „sehr wichtig“ erachtet worden; auch wird es von drei Viertel der Ärzte für sinnvoll gehalten, die MFA in den AMTS-Prozess einzubinden. In diesem Zusammenhang wurden laut Antworten spezifische Fortbildungen bzw. Schulungsangebote im GVJL-Bereich als hilfreich betrachtet. Jüngst ist deshalb ein Qualitätszirkel AMTS gebildet worden. Die Arbeit dieses Kreises soll den regionalen Informationsaustausch zur Medikation zwischen Ärzten, Kliniken und Apothekern fördern, um die Therapieprioritäten abzustimmen und Leitlinien-Empfehlungen für multimorbide Patienten mit Polypharmazie zu berücksichtigen bzw. weitere konkrete Schritte zur AMTS-Optimierung zur entwickeln.  

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