Ärztenetze

Kalkulierte Antibiotika-Therapie: Neues Projekt im Kreis Plön

Das Projekt soll dazu beitragen, die Resistenzentwicklung in der Region zu bremsen und einen Wirkungsverlust von Antibiotika aufzuhalten.

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Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika ist ein zunehmendes Problem in der Behandlung von erkrankten Patienten. Ursache dieser Resistenzen ist häufig ein breiter und unkritischer Einsatz von Antibiotika.

Das schleswig-holsteinische Praxisnetz Plön, ein Zusammenschluss von zurzeit 45 niedergelassenen Ärzten im Kreis Plön, wird nun dazu beitragen, die Resistenzentwicklung in der Region zu bremsen und einen Wirkungsverlust von Antibiotika aufzuhalten. Eine bessere und zügige Versorgung der Patienten steht dabei im Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit dem Labor Plön (LADR) hat das Praxisnetz für seine Mitglieder eine Hilfe zur sogenannten kalkulierten Antibiotikatherapie erstellt. Unter kalkulierter Antibiotikatherapie ist die Behandlung mit Antibiotika in Unkenntnis des krankheitsauslösenden bakteriellen Erregers zu verstehen.

Die Hilfe für den Arzt ist eine Übersicht, die nach Krankheitsbildern gegliedert ist. Sie liefert schnelle Informationen zur aktuellen Keim-Situation der Region und gibt eine Therapieempfehlung an. Die Basis bilden die Daten zu den Resistenzen und Empfindlichkeiten der im Kreis Plön nachgewiesenen Erreger auf Antibiotika. Die Daten der Erregerhäufigkeiten wurden unter Leitung von Dr. Annegret Krenz-Weinreich (Fachärztin am LADR) analysiert und gemeinsam mit Allgemeinmedizinern und Fachärzten eine Empfehlung für die Region abgeleitet.

Ziel der Hilfe ist eine rationale Therapie mit Antibiotika, die möglichst Resistenzen vermeidet, oder vereinfacht gesagt, häufiger beim ersten Versuch klappt. Langfristiges Ziel ist, hierdurch auch ein Rückgang von Resistenzentwicklungen zu erlangen, verbunden mit dem Effekt, den Gesamtverbrauch an Antibiotika zu senken.

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