Ärztenetze

LPNRW fördert junge Netze und veranstaltet Entwicklungskonferenzen

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Praxisnetze erhoffen sich vom Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) neuen Schwung, und vom Innovationsfonds versprechen sie sich eine großzügigere Förderung. Vor allem große Netze hätten gute Aussichten auf Geld aus dem Fonds. Es bestehe aber auch die Gefahr neuer Abhängigkeiten, hieß es auf dem Jahreskongress des Landesverbandes der Praxisnetze Nordrhein-Westfalen (LPNRW) in Herne. Das berichtete der Ärztenachrichtendienst (änd vom 8.11.2015). LPNRW-Vorsitzender Frank Westerhaus kündigte auf dem Kongress an, dass die Praxisnetze in NRW bei den KV-Wahlen 2016 mit eigenen Listen antreten möchten.

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Gegenwärtig sind im LPNRW 22 Praxisnetze mit rund 2.000 Mitgliedern organisiert. Im Landesteil Westfalen-Lippe sind bereits 15 Netze nach den KBV-Richtlinien anerkannt. „Das Versorgungsstärkungsgesetz hat neuen Schwung gebracht“, berichtete Dr. Arne Meinshausen, Hausarzt aus Witten und Vorstandsmitglied des LPNRW. Sein Ärztliches Qualitätsnetz Witten (ÄQW) mit 120 Haus- und Fachärzten sei aus dem „Schlafmodus erwacht“.

Nachdem der Gesetzgeber die Netzanerkennung an die KVen übertragen habe, konzentriere sich der LPNRW auf die Förderung junger Netze. Dazu werden vierteljährliche Netzentwicklungskonferenzen abgehalten und Hilfestellungen bei der Entwicklung von IV- und Selektivverträgen geboten, hieß es. Ausdrückliches Lob erntete die KVWL für ihre Netzförderung. Diese hat im Haushalt 2015 fünf Millionen Euro für die Netzförderung zur Verfügung gestellt. Daraus wird eine Strukturpauschale von je 100.000 Euro sowohl für die Basisanerkennung als auch für die weiteren Ausbaustufen gezahlt. – Die Schwester-KV Nordrhein habe dagegen eine „eher mäßige Netzwillkommenskultur“, sagte Meinshausen. Allerdings gebe es jetzt auch in Nordrhein ein Richtlinie für das Anerkennungsverfahren; 4,6 Mio Euro seien im KVNo-Haushalt für die Netzförderung eingestellt. Der LPNRW werde darauf achten, „dass das Geld auch an die Netze geht und nicht irgendwelche Löcher damit gestopft werden.“

Eine stärkere Förderung durch die KVen forderte Martina Hoffmann-Bardache, Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium. Der Innovationsfonds biete diese Chancen vor allem für große, kassenartenübergreifende Projekte: „Wir hoffen, dass NRW-Netze auch Anträge stellen“.

Quelle: https://www.aend.de/article/162582

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