Ärztenetze

„Mambo“ erhält Unterstützung durch den Innovationsfonds

„Mambo“ des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen verfolgt viele Strategien, um optimale Rahmenbedingungen für multimorbide Patienten zu schaffen.

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Mehr Patientennähe, mehr Zeit für ärztliche Beratung, mehr Übersicht über aktuelle Behandlungen und mehr Struktur in den Abläufen: Das Projekt „Mambo“ des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen eG (RGL) verfolgt viele Strategien, um optimale Rahmenbedingungen für multimorbide Patienten zu schaffen. Für diese neue Versorgungsform bekommen die beteiligten Partner Fördermittel aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

„Mambo“ steht für „Menschen ambulant betreut, optimal versorgt“. Das Projekt hat im Sommer 2017 begonnen und endet Mitte 2020. Die Ergebnisse werden von der Universität zu Köln wissenschaftlich evaluiert. Die Teilnahme ist für Ärzte und Patienten kostenlos. Die pronova BKK gestaltet das Projekt gemeinsam mit dem Gesundheitsnetz Leverkusen und dem Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität Köln. Besonders die Versorgungsbedarfe der mehrfach erkrankten Menschen stehen im Mittelpunkt des Projektes. Durch zielgerichtete, kontinuierliche Verbesserungsprozesse sollen neue Versorgungskonzepte in der Praxis etabliert werden.

Ziel des Projekts ist eine verbesserte Strukturierung der Abläufe, die zur Entlastung des Arztes und Verbesserung der Lebensqualität der Patienten führen soll. Damit Ärztinnen/Ärzte mehr Zeit für ihre Patienten haben, übernimmt Mambo durch Delegation und/oder Substitution nicht-ärztlicher Leistungen Aufgaben wie etwa die Koordination von Terminen und Patientenschulungen. Ein Mehr an Patientennähe wird durch Fachkräfte erreicht, die Patienten zu Hause oder im Heim betreuen. Zudem gibt es eine elektronische Netzakte, die die Kommunikation der Mediziner erleichtert. So werden ärztliche Praxen entlastet. „Ein Vorteil für Patienten: Betroffene werden sogar daheim beraten und betreut“, sagt RGL-Vorstandsvorsitzender Dr. Manfred Klemm.

„Multimorbide Patienten leiden gleichzeitig an mehreren Krankheiten. Viele dieser Patienten sind außerdem in ihrer Mobilität eingeschränkt. Die Behandlung ist daher anspruchsvoll: In der Regel sind verschiedene Fachärzte beteiligt“, so Dr. Klemm. Der Besuch aller Fachärzte sei für mobilitätseingeschränkte Patienten häufig schwierig zu realisieren. „Die Vielzahl der beteiligten Ärzte stellt hohe Anforderungen an die Abstimmung der Behandlung: Therapien und Medikationen müssten sinnvoll miteinander kombiniert werden. Die große Komplexität erschwert den Austausch der Ärztinnen und Ärzte untereinander. Hier kann Mambo Abhilfe schaffen.“

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