Ärztenetze

Neue Genossenschaft gegen Ärztemangel

Frei nach dem genossenschaftlichen Prinzip, was einer nicht kann, können viele, wollen die zehn Kollegen gemeinsam Mediziner anstellen.

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In der rheinland-pfälzischen Eifel gibt es, wie in vielen anderen ländlichen Regionen, zu wenige Hausärzte. Damit sich das Problem nicht verschärft, haben in Bitburg zehn Hausärzte eine Genossenschaft gegründet. Gemeinsam möchten sie Nachwuchskräfte anwerben, teilte kürzlich der Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV, Berlin) mit. „MEDICUS Eifler Ärzte“ lautet der Name der neuen Ärztegenossenschaft. Sinn und Zweck der Genossenschaft, der im Kreis Bitburg-Prüm bisher zehn Ärzte angehören. Frei nach dem genossenschaftlichen Prinzip, was einer nicht kann, können viele, wollen die zehn Kollegen gemeinsam Mediziner anstellen, um somit drohende Engpässe in der Versorgung zu vermeiden.

Mit ihrer Genossenschaft sehen die Ärzte die Chance, auf den Trend einzugehen, sich lieber zunächst anstellen zu lassen als selbstständig zu werden, und gleichzeitig potentielle Nachfolger für ihre Praxen zu finden. Viele junge Mediziner sind nicht mehr bereit, gleich zu Beginn ihrer Berufsausübung das unternehmerische Risiko einer Selbstständigkeit einzugehen. Doch während es sich für die wenigsten Ärzte rechnet, einen Kollegen zusätzlich in der eigenen Praxis zu beschäftigen, ist das im Verbund von zurzeit zehn Selbstständigen eine andere Sache. Die einzelnen jungen Ärzte/Ärztinnen arbeiten – angestellt über die Ärztegenossenschaft – bei einem der niedergelassenen Mitglieder der Genossenschaft. Der Vorteil: Die potentiellen Nachfolger können ihre Arbeitszeiten weitgehend gestalten und sie müssen zunächst nicht in eine eigene Praxis investieren. Die spätere Praxisübernahme ist dann nicht ausgeschlossen.

MEDICUS Eifler Ärzte eG, eingetragen ins Handelsregister Wittlich am 19.04.2017, Adresse: Josef-Niederprüm-Str. 1a, 54634 Bitburg (Ansprechpartner: Dr. Michael Jager)

Ein Kommentar

  • Sehr geehrter Herr Dr. Jäger,

    zufällig habe ich im SWR von Ihrem Projekt gehört. Ich bin Betreuer von zwei jungen Frauen, die in der Ukraine Ihr Ärzte Studium absolviert haben. Sie sind bei de Flüchtlinge aus Syrien. Sie müssen in Deutschland noch das Praktische Jahr absolvieren. In diesem Zusammenhang habe ich zwei Fragen:

    1. Besteht die Möglichkeit dies im Rahmen Ihrer Gemeinschaft zu machen?
    2. Wenn nicht in Ihrer Gemeinschaft könnten Sie die beiden jungen Frauen in eien Klinik für das Praktische Jahr. vorschlagen.

    Ich bin dabei mit den Frauen die Berufszulassung beim Ministerium für Soziales, Familie und Jugend, Außenstelle Koblenz zu beantragen. Gleichzeitig läuft der Antag bei der Bezirksärztekammer in Mainz für die Zulassung zur Fachsprachprüfung.

    Wenn beides Vorliegt würden wir, wenn es bei Ihnen möglich ist, wieder auf Sie zu kommen. Vielleicht können Sie hier helfen. Wenn die Ausbildung abgeschlossen ist können die Frauen ja in Ihrer Region arbeiten.

    Gerne Hören wir von Ihnen.

    Gruß
    Thomas Schneider
    Flüchtlingshilfe Saulheim
    Zum Römergrund 40

    55286 Saulheim
    Handy 0171/4605345

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