Ärztenetze

Neuigkeiten aus der vernetzten Versorgungswelt

Aktuelle Themen, Meldungen und Aktivitäten aus Ärztenetzen, Ärztegenossenschaften und weiteren vernetzten Zusammenschlüssen.

Eigenes Archiv

Mai 2016:

  • Um größere Chancen zu haben, haben sich jeweils mehrere Netze zusammengetan, um Projekte beim Innovationsfonds anzumelden. Denn nur wenn die Ergebnisse auf die Versorgung in ganz Deutschland übertragbar sind und genug Patienten für eine schnelle Evaluation eingeschlossen werden können, besteht eine Förderchance. Bei der Netzkonferenz Ende April von KBV und Agentur Deutscher Arztnetze (ADA) zeigte sich, dass bei den Netzen einige Projekte in der Schublade liegen, die ins Rennen um die Förderung gehen werden (Ärzte Zeitung v. 18.05.2016). Bis zum 5. Juli müssen die Anträge für den Innovationsfonds beim Projektträger DLR eingereicht werden.

    Zu den Initiativen zählen:

    • Die elektronische Arztvisite (elVi), initiiert vom Netz Medizin und Mehr in Bünde, soll zeigen, wie mit Übertragung von Vitaldaten, auch von Bild und Ton (Videokonferenz), Ärzten in Kooperation mit Pflegekräften oder MFA mit geringerem Ressourceneinsatz als bisher Patienten betreut werden können.
    • ARENA: Dabei steht die Arzneimitteltherapiesicherheit im Bereich der Antibiotikatherapie, ähnlich wie bei einem Projekt der KBV, im Fokus. Ziel ist es, die Über- und Fehlversorgung bei Infekten abzubauen und beispielsweise den Einsatz von Reserveantibiotika zu reduzieren.
    • Open Notes: Initiator Optimedis will die Compliance der Patienten dadurch stärken, dass Patienten Zugriff auf ihre komplette Patientenakte bekommen. Das Projekt ist inspiriert durch Ergebnisse ähnlicher Projekte in den USA.

April 2016:

  • In den Praxen vernetzter Ärzte ist die Zufriedenheit der Patienten deutlich höher als in der ambulanten Regelversorgung. Das ergab eine Patientenbefragung der Brendan-Schmittmann-Stiftung des NAV-Virchow-Bundes, teilte dieser am 27. April 2016 mit. Ende 2015 waren mehr als 4.000 Patientinnen und Patienten des Nürnberger Gesundheitsnetzes Qualität und Effizienz eG (QuE) befragt wurden. Für die QuE-Analyse wurden 5.500 Fragebögen in 63 Praxen verteilt. Die Rücklaufquote betrug beachtliche 73,5 Prozent. 91,3 Prozent der Netzpraxen nahmen teil. Das Wichtigste aus dem Ergebnis: 96,2 Prozent der antwortenden Patienten würden auf alle Fälle ihre jeweilige Praxis einer guten Freundin bzw. einem guten Freund empfehlen. Auf dem Online-Ärztebewertungsportal „Weiße Liste“ liegt der Durchschnitt aller bewerteten Hausärzte in Deutschland fast zehn Prozentpunkte niedriger bei aktuell 87 Prozent. – Mit der Wartezeit auf einen Haus- bzw. Facharzttermin sind 90 Prozent rundum zufrieden. Vor Ort in der Praxis selbst warteten knapp 82 Prozent weniger als 30 Minuten. Fast die Hälfte verbringt sogar weniger als 15 Minuten im Wartezimmer. Den Gesamteindruck der Praxis wurde von den Befragten mit 98,3 Prozent als sehr gut und gut bewertet. Bei „Weiße Liste“ beträgt der Bundesdurchschnittswert in diesem Bereich für Hausärzte lediglich 79 Prozent. – Im Durchschnitt 75 Prozent der QuE-Befragten bewerteten ihren Haus- oder Facharzt mit der Bestnote „sehr gut“.

März 2016:

  • Die drei ärztlichen Organisationen Hartmannbund, Ärztegenossenschaft Nord eG und NAV-Virchowbund haben am 23. Februar 2016 eine Kooperationsvereinbarung für Schleswig-Holstein geschlossen. Diese einzigen freien, fach- und teilweise auch sektorenübergreifenden Verbände vertreten die Interessen ihrer Mitglieder und der Ärzteschaft in vielfältiger Weise unabhängig von den Körperschaften. In der Vereinbarung heißt es wörtlich: „Ziel der Kooperation ist die Bündelung unserer Kompetenzen zum Nutzen aller Mitglieder und zur Gewinnung neuer Mitglieder. Die Grundüberzeugung zur Freiheit unseres Berufsstandes ist uns gemeinsam.“ Die jeweiligen Angebote und Dienstleistungen werden allen Mitgliedern übermittelt; berufspolitische Positionen werden abgestimmt, ggf. mit gemeinsamen Aktionen. Um junge Ärztinnen und Ärzte für die Verbändearbeit und die Standespolitik zu interessieren, planen die Kooperationspartner Veranstaltungen (Arbeitstitel: „Der gesundheitspolitische Dialog“). Die Ärzte Bernd Thomas, Matthias Seusing und Klaus Bittmann als Vertreter ihrer Organisationen und mit langjähriger berufspolitischer Erfahrung sind sich einig, dass die neue Kooperation wichtig und notwendig ist, um ein eigenverantwortliche Handlungsfähigkeit zu bewahren und zu verstärken.

Februar 2016:

  • Die KBV und die Agentur deutscher Arztnetze laden zur Netzkonferenz „Innovation und Kooperation – Visionen für vernetzte Versorgung“ am 29. April 2016 in Berlin ein. Dabei werden die aktuellen Themen Innovationsfonds und Anti-Korruptionsgesetz sowie Zukunftsszenarien aus der Netzagentur vorgestellt und diskutiert. Als Gast referiert der Vorsitzende des Expertenbeirats des Innovationsausschusses, Prof. Dr. Holger Pfaff. – In einer Arbeitsgruppe „Vision 2030“ hat die Netzagentur zusammengetragen, was die Versorgung in knapp anderthalb Jahrzehnten vermutlich ausmachen wird und welche Rolle Arztnetze dabei spielen werden. Aktuell wird das zurzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindliche sogenannte Anti-Korruptionsgesetz als latente Gefahr für Kooperationen gesehen. Ob sich die neuen Strafgesetzparagraphen 299 a/b tatsächlich als Anti-Kooperationsgesetz entpuppen, wird Dr. Christoph Weinrich von der KBV-Rechtsabteilung auf der Netzkonferenz erörtern. Weitere Informationen mit dem Programm und Anmeldeformular sind hier abrufbar: http://deutsche-aerztenetze.de/ueber_uns/veranstaltungen/messen__kongresse.php
  • Die KBV hält eine neue Broschüre zu Praxisnetzen bereit: Das Serviceheft aus der Reihe PraxisWissen zeigt, wodurch sich eine erfolgreiche Vernetzung auszeichnet. Beispiele aus der Praxis veranschaulichen, wie die mittlerweile mehrere hundert Netze in Deutschland arbeiten. Zentrales Thema der Broschüre sind die Anforderungen zur Anerkennung und Förderung von Praxisnetzen sowie rechtliche Rahmenbedingungen. Zudem werden die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Gründung eines Netzes aufgezeigt, die Aufgaben eines Netzmanagers vorgestellt und die unterstützende Wirkung von Qualitätsmanagement in der Netzarbeit erläutert. Die Broschüre gibt es zum Download über die KBV-Website. Dort finden sich auch andere Informationen zu Praxisnetzen, wie eine Liste der Netz-Meldestellen bei den KVen: www.kbv.de/praxisnetze
  • In einem offenen Brief an die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat der Landesverband Praxisnetze Nordrhein-Westfalen (LPNRW) die KV Nordrhein (KVNo) aufgefordert, die Netzförderung in Nordrhein unter die Lupe zu nehmen. Das berichtete die Ärzte Zeitung (ÄZ) vom 17.02.16. Der LPNRW kritisiert schon seit Wochen, dass die nordrheinischen Ärztenetze in puncto Förderung beteiligt werden. In dem Brief an Ministerin Steffens wirft Dachverbandsvorsitzender Frank Westerhaus der KV vor, von dem für 2015 ausgehandelten extrabudgetären Honorar für besondere Versorgungsformen nur 600.000 Euro für anerkannte Praxisnetze vorgesehen zu haben. Da das Anerkennungsverfahren in Nordrhein erst seit Januar 2016 läuft, befürchtet Frank Westerhaus, dass die Mittel zweckentfremdet werden könnten. Er fordert eine klärende Stellungnahme von Steffens. KVNo-Vorstand Bernhard Brautmeier hält die Vorwürfe des LPNRW für unbegründet: „Die im Rahmen der Honorarverhandlungen im vergangenen Jahr von den nordrheinischen Krankenkassen bereitgestellten Mittel für die Netzförderung werden in diesem Jahr zweckgebunden an anerkannte Netze ausgezahlt – es gehen keine Mittel verloren“, sagte er der ÄZ. Wie viel Geld für die Förderung in diesem Jahr und darüber hinaus eingesetzt werde, hänge letztlich maßgeblich von der Nachfrage ab, die bislang in Nordrhein überschaubar sei, sagt Brautmeier.
  • Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat die Ärztenetze Medizin und Mehr eG (MuM) und Gesundheitsregion Siegerland (GRS) jetzt nach Stufe 1 der Netzförderrichtlinie gemäß § 87b SGB V anerkannt. Bundesweit existieren damit vier Praxisnetze mit dieser Anerkennung, die über die Basisstufe hinausgeht. Alle vier Netze sind in der Agentur deutscher Arztnetze organisiert, teilte diese am 2. Februar mit. In der von MuM betreuten Versorgungsregion Bünde, Kirchlengern und Rödinghausen sowie im Siegerland, das vom gleichnamigen Ärztenetz versorgt wird, wurde seit 2014 intensiv an der Weiterentwicklung der Netzstrukturen gearbeitet. Beide Netze hatten damals als eine der ersten Verbünde bundesweit eine Anerkennung als Praxisnetz gemäß der Förderrichtlinie erreicht. Für den Sprung auf Stufe 1 mussten die Netze nun verschärfte Kriterien bei den Versorgungszielen Patientenzentrierung, kooperative Berufsausübung und verbesserte Effizienz/Prozessoptimierung nachweisen. Dazu zählen der Einsatz von Medikationsplänen zur UAW-Vermeidung, eine individuelle fallbezogene Versorgung sowie die Kooperation mit Krankenhäusern und stationären Einrichtungen. – MuM-Geschäftsführer Jens Gabriel: „Ich bin sehr stolz auf unsere Mitglieder, dass wir es als Ärztenetz gemeinsam geschafft haben, diesen qualitativen Standard zu erreichen. Mein Dank gilt zudem den Verantwortlichen der KVWL, die uns seit Jahren als Ärztenetz tatkräftig unterstützen.“ Die Anstrengungen kommen direkt den Patienten zugute, so Anja Herder, Geschäftsführerin der Gesundheitsregion Siegerland.

  • Die KV Niedersachsen (KVN) hat das Praxisnetz „genial – Gesundheitsnetz im Altkreis Lingen“ als erstes besonders förderungswürdiges Netz nach § 87b SGB V im Bereich der KVN anerkannt, teilte die Agentur deutscher Arztnetze am 28. Januar mit. Neben einer Förderung der KV erhält das Praxisnetz Unterstützung für zwei Projekte. Genial ist Mitglied der Agentur deutscher Arztnetze. „Das Netz erfüllt die Basisvoraussetzungen der Anerkennungsrichtlinie. Die Besonderheit ist die intensive Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinweg; das kommt unmittelbar den Patienten der Region zugute“, so KVN-Vorstandsvorsitzender Mark Barjenbruch. Die anerkannten Praxisnetze werden in Niedersachsen wie standortübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften behandelt und erhalten Zuschläge auf das Regelleistungsvolumen. Der Anpassungsfaktor der RLV-Zuschläge liegt nach KVN-Angaben zwischen 1 und 1,75. Der Förderzeitraum ist zunächst auf fünf Jahre begrenzt. Danach prüft die KV erneut, ob das Netz die Voraussetzungen erfüllt und weiter gefördert werden kann. – In Lingen freut man sich über die Anerkennung. Neben der weiteren Koordinierung der medizinischen und pflegerischen Zusammenarbeit „werden wir uns in der Öffentlichkeit, in Gemeinden sowie Kommunen engagieren und unsere Verantwortung für eine Verbesserung der Versorgung der Menschen unserer Region aktiv wahrnehmen“, sagt Wolfgang Hentrich, Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzes Genial. „Die Zusammenarbeit im Netz fördert die Attraktivität des Arztberufs und der an dem Netz beteiligten Arztpraxen“, betont Christoph Schwerdt, Geschäftsführer des Netzes. Neben der Förderung durch die KV als anerkanntes Praxisnetz erhält Genial weitere Mittel aus einem gemeinsamen Fonds des Landes Niedersachsen, den gesetzlichen Krankenkassen und der KVN. Genial hatte sich mit den Projekten „Genial Lotse“ und „Regionales Wundmanagement“ an der Ausschreibung beteiligt. Beide Maßnahmen werden mit jeweils 100.000 Euro gefördert.

Dezember 2015:

  • Gesundheitsnetz Süd eG veröffentlicht 40. Ausgabe des Mitgliedermagazins „im dialog“ und berichtet darin über die Patientenkarte.online. Mit dieser bietet die GNS eG einen innovativen, kostengünstigen und praktikablen Ansatz bei der Vernetzung von Behandlungsdaten an. Die Patientenkarte.online des GNS verfolgt über eine Vielzahl von durchdachten Funktionen, schreiben GNS-Vorstandssprecher Wolfgang Bachmann und Geschäftsführer Steffen Witte.  So macht die GNS mit der neuen Patientenkarte erstmals in Deutschland den – im E-Health-Gesetz geforderten – gemeinsam von Arzt, Patient und Apotheke erstellten digitalen Medikationsplan möglich. Auch für Nichtmitglieder ist „im dialog“ über www.gnsued.de/home/medien/im-dialog/ abrufbar.

November 2015:

  • Das Praxisnetz Kiel e.V. erhält von der KV Schleswig-Holstein eine Förderung von 100.000 Euro pro Jahr. Um die Anerkennung und Förderungswürdigkeit zu erreichen, wurde das rund 250 Mitglieder zählende Ärztenetz 2014 umstrukturiert. So wurde es zum eingetragenen Verein umfirmiert, der elektronische Austausch wurde verstärkt und verschiedene Mitgliedsstufen eingeführt. Die Netz-Vorsitzenden Dres. Doris Scharrel und Matthias Seusing gehen nun davon aus, dass die neuen Strukturen, verbunden mit der finanziellen Unterstützung durch die KV, für eine bessere Patientenversorgung und engere ärztliche Kooperation sorgen. Kiel ist bereits das siebte Netz in Schleswig-Holstein, das von der KV gefördert wird.
  • Die Potenziale von Praxisnetzen sollten besser genutzt werden, ist das Fazit der 2. Bayerischen Gesundheitskonferenz von Medi Bayern in München. Mit dem VSG seien die Praxisnetze zwar erfreulicherweise gestärkt worden, erklärte Dr. Siegfried Jedamzik, Vorsitzender von Medi Bayern. Was noch fehle, sei, dass Praxisnetze auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) betreiben können. – Für die Förderung von Praxisnetzen geben die Krankenkassen bundesweit  nur etwa 15 Millionen Euro aus, sagte der Vorstandsvorsitzende von Medi Geno Deutschland, Dr. Werner Baumgärtner. Für eine bessere IT-Vernetzung müssten erst noch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, forderte Baumgärtner. Hier mangele es bislang an klaren politischen Vorstellungen. Die vom Gesetzgeber gewollten Portalpraxen (als erste Anlaufstellen in oder an Krankenhäusern) sorgten insbesondere bei den Fachärzten „gewiss nicht für Wohlgefallen sorgen, wenn es um die Vernetzung von ambulant und stationär geht“, so Baumgärtner. Knackpunkt sei die geplante Vergütung der Portalpraxen aus dem ambulanten Topf (vgl. zum Thema den Bericht „Ambulantes Expansionsverhalten“). – Praxisnetze haben Pionierarbeit geleistet, erklärte Sophie Schwab von der DAK Bayern. Viele Praxisnetze seien inzwischen hochprofessionell organisiert, sodass dort die Versorgung effizienter geworden sei. Durch Praxisnetze können Patienten früher aus dem Krankenhaus entlassen werden oder müssen gar nicht erst stationär behandelt werden, weil Ärzte in den Netzen um die Stärken ihrer Kollegen wissen, erläuterte Schwab. Diese höhere Patientenorientierung führe zu einer besseren Compliance, sodass Behandlungskosten eingespart werden können.
  • Auf Unterstützung durch die KVen können Ärztenetze besonders in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein setzen. Die KBV sieht in den Bündnissen die Chance, die Einzelpraxis zukunftsfest zu machen und freiberufliche Strukturen zu erhalten. Bei der Netz-Unterstützung gebe es große Unterschiede zwischen den KVen, sagte Dr. Bernhard Gibis, Leiter des KBV-Dezernats Verträge und Vorordnungsmanagement bei einem Symposium des privaten Krankenversicherers DKV am 28. Oktober. Von den 25 bisher anerkannten seien allein 13 in Westfalen-Lippe und sechs in Schleswig-Holstein. Die Ärztenetze seien nicht Endpunkt der Entwicklung, so Gibis, sondern Vorstufen zu sektorübergreifend weitreichenden Kooperationen. Nach seinen Angaben sind mehr Ärztenetze als die 25 bislang zertifizierten so gut aufgestellt, dass sie langfristig umfassende Aufgaben in der Versorgung übernehmen könnten. Es gebe bisher 45 bis 50 hervorragende Netze, schätzte Gibis, die perspektivisch Sicherstellungsaufgaben übernehmen könnten; zurzeit gehe es darum, die Verbünde für entsprechende Versorgungsverträge mit Krankenkassen fit zu machen. Ärztenetze werden nach KBV-Auffassung nicht zum Standard-Betriebsmodell im ambulanten Sektor; jedoch könnten sie die ambulante Versorgung lokal integrieren.
  • Die ärztliche Vernetzung treibt die Gesundheitsnetzwerker seit rund zehn Jahren voran. Einiges ist schon verwirklicht worden; aktuell richtet sich der Blick auf die elektronische Vernetzung. So wird der 11. Kongress der Gesundheitsnetzwerker diese Fragen beleuchten: Welche virtuellen Ideen sind bereits in der Versorgungsrealität angekommen? Wie stellen sich Ärzte, Netze und Krankenhäuser den Veränderungen? Was setzt sich durch, und was bleibt spannend aber visionär? Welche digitalen Trends kommen bei den Netzen an; was nehmen sie auf, um die Versorgung noch besser zu gestalten? Auch die Rahmenbedingungen werden beleuchtet, wie die Finanzierung der Netze durch den Innovationsfonds. Diese und mehr Themen diskutieren die Gesundheitsnetzwerker am 3. und 4. Mai 2016 im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin (www.gesundheitsnetzwerker.de).
  • Die Agentur deutscher Arztnetze erwägt eine Klage bei den Aufsichtsbehörden gegen einige KVen. „Einige Kassenärztliche Vereinigungen verharren in Blockadehaltung“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der Arztnetz-Agentur, Dr. Veit Wambach, weil diese noch keine Förderrichtlinien für Praxisnetze festgelegt hätten. Obwohl der Gesetzgeber klare und mittlerweile verbindliche Vorgaben zur Anerkennung und Förderung von Praxisnetzen gemacht hat, „wird in einigen KVen nach wie vor gemauert.“ Komme es nicht zum Umdenken in den untätigen Körperschaften, müsse über Klagen bei den zuständigen Aufsichtsbehörden nachgedacht werden. Eine im GKV-VSG gesetzte Frist habe z. B. die KV Mecklenburg-Vorpommern vor wenigen Wochen verstreichen lassen. Gleiches gelte für das Saarland und Brandenburg. Dort werde beim Thema Netzförderung trotz zahlreicher Gespräche und vielfältiger Kontakte mit den Netzen äußerst zögerlich agiert. Da betreffe auch die KV Bremen.

Oktober 2015:

  • Eine neue Ärztegenossenschaft im sächsischen Plauen wird künftig die medizinische Grundversorgung im Vogtlandkreis verbessern. Elf Haus- und Fachärzte haben sich in der Ärztegenossenschaft Vogtland eG zusammengefunden, um enger zusammenzuarbeiten. Die angeschlossenen Praxen planen gemeinsame Qualitätssicherungsprojekte, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie Patientenseminare und Veranstaltungen zur Gesundheitsförderung.
  • Auf dem siebten Kongress „Vernetzte Gesundheit“ werden am 12./13. Januar 2016 in Kiel unterschiedliche Aspekte diskutiert. „Nutzen fördern – Lücken schließen. Kreativität ist Zukunft“ lautet das Motto. Informationen und Anmeldung unter www.vernetzte-gesundheit.de.
  • Die Ärztegenossenschaft Nord eG (ÄGN) plant, ihr Angebot im Bereich der Schulungen von Praxisteams und von eigenen Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte auszubauen. Bei Interesse und Anregungen bitte per E-Mail melden: kontakt@aegnord.de.
  • Das Regionale Praxisnetz Bad Oldesloe/Reinfeld GbR und die Asklepios Klinik Bad Oldesloe haben einen Vertrag über Prä- und Postoperative Leistungen geschlossen. Auch das Medizinnetz Stormarn beteiligt sich daran.

August 2015:

  • Die Gesundheitsnetz Süd eG (GNS) gibt wieder ihr beliebtes Mitgliedermagazin im dialog heraus. Dieses hat mit der 38. Ausgabe ein neues Erscheinungsbild erhalten. Die baden-württembergische GNS mit Zentrale in Ehingen besteht seit 13 Jahren. Die Mitglieder schätzen ihre unabhängige Organisation, die ihre lokalen Interessen auf regionaler Ebene bündelt und wirksam vertritt, stellen GNS-Vorstand Wolfgang Bachmann und Geschäftsführer Steffen Witte fest: „Ärzte- und Praxisnetze sind als Versorgungsform angekommen und stehen heute mehr denn je für die genossenschaftlichen Prinzipien Selbstverantwortung, Selbstverwaltung, Subsidiarität und Mitgliedernutzen.“
  • Das ÄrzteNetz Hamburg hat nach erfolgreichem Audit die Zertifizierung „Qualitätsmanagement in der medizinischen Versorgung“ (DIN EN ISO 9001:2008/DIN ISO 15224:2012) erlangt.
  • Der Ärztegenossenschaft Nord eG ist es gelungen, für Augenärzte ein wichtiges Leistungspaket als Sondervereinbarung mit der AOK Nordwest und DAK zu erhalten. Bei bestimmten Augenerkrankungen erfolgt die Therapie mittels Medikamenteneinspritzung ins Auge. Die Erbringung dieser modernen Therapieform war bisher nicht Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs und wurde daher in der Regel von Krankenkassen über Sonderverträge abgedeckt. Mit Wirkung vom 01.10.2014 wurde diese Therapieform nun in den EBM integriert.
  • Die KV Niedersachsen unterstützt vernetzte Projekte: Die Praxisnetze Gesundheitsnetz Leinetal e. V. und pleXxon GbR erhalten eine Förderung von insgesamt 88.000 Euro. Das Gesundheitsnetz Leinetal (53 Praxen in Garbsen, Neustadt und Wunstorf) etabliert ein gerontopharmazeutisches Konsil. Das Ärztenetz pleXxon (Kooperationspartner der ÄG Niedersachsen-Bremen/ägnw) mit 76 Niedergelassenen im Ammerland und in Ostfriesland hat erfolgreich die spezialisierte ambulante Palliativversorgung etabliert (PERSPECTIV berichtete). Nun ist die Akkreditierung des Netzes nach § 87 b SGB V geplant. Ebenfalls im Aufbau ist eine spezialisierte ambulante geriatrische Versorgung durch die Hinzuziehung von Ärzten, die in diesem Bereich erfahren sind.
  • Der Allgemeinmediziner Dr. Frank Stüven (49) ist jetzt erster Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hamburg. Er löste Klaus Schäfer ab, der nach 20 Jahren Vorstandstätigkeit nicht wieder kandidierte und nun Ehrenvorsitzender ist; Schäfer ist auch Vizepräsident der Hamburger Ärztekammer. Sein Hausärzteverband-Nachfolger Stüven ist in Hamburg-Bergedorf zusammen mit seiner Frau Dr. Anne-Marie Stüven und einer angestellten Ärztin niedergelassen.
  • Die Agentur deutscher Arztnetze gibt einen Leitfaden zur Förderung von Praxisnetzen heraus. Grundlage ist die im Sommer 2013 in Kraft getretene Rahmenvorgabe der KBV. Mit der Broschüre „Förderung nach § 87b SGB V – Neue Möglichkeiten für Netze“ erhalten Netzverantwortliche praktische Informationen und Erfahrungsberichte zur Anerkennungspraxis der Kven. Der 80-seitige Leitfaden ist in der Reihe „PraxisWissen – Schriftenreihe zur Theorie und Praxis in neuen Versorgungsformen“ erschienen und kann kostenlos als gebundenes Heft bestellt werden: www.berlin-chemie.de/Unternehmen/Gesundheitsmanagement/Broschueren. Gleichzeitig kritisiert die Netzagentur die zögerliche Umsetzung von Fördermaßnahmen durch die regionalen Kven.

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