Ärztenetze

Praxisnetz Herzogtum Lauenburg erreicht höchste Entwicklungsstufe

Für die Stufe II der Netzanerkennung müssen hohe Standards bei bestimmten Versorgungszielen erfüllt werden.

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Als bundesweit zweites Ärztenetz wurde das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg (PNHL) nach Stufe II – und damit der höchsten Stufe nach § 87b SGB V – anerkannt. Seit 2013 können Praxisnetze eine Anerkennung bei den regionalen KVen erhalten. Dafür müssen sie bestimmte Struktur- und Qualitätsanforderungen erfüllen und die regionale Versorgung verbessern. „Die Anerkennung bestärkt uns, in unserer Arbeit nicht nachzulassen. Gemeinsam mit anderen Gesundheitsakteuren der Region und nichtärztlichen Mitarbeitern in den Mitgliedspraxen- und Institutionen werden wir weiter an organisatorisch-strukturellen Maßnahmen der medizinischen Versorgung im Kreisgebiet arbeiten, die sich schnell positiv in der Patientenversorgung widerspiegeln werden“, so Dr. med. Susanne Westermann, fachärztliche Vorstandssprecherin im PNHL.

Mit der Anerkennung nach der Stufe II würdigt die KV Schleswig-Holstein das bisherige Wirken der Akteure im Netz, teilte die Agentur deutscher Ärztenetze am 08. Mai 2017 mit. „Mit ihrer Arbeit tragen sie dazu bei, dass hochqualitative, flächendeckende Versorgungsstrukturen entstehen; die ambulante Versorgung wird nachhaltig gestärkt und die Durchführung laufender und zukünftiger Maßnahmen zur Optimierung der medizinischen Betreuung in der Region gesichert.“ Damit nehme das Praxisnetz Herzogtum Lauenburg die ureigene Aufgabe von Netzstrukturen wahr, nämlich das Versorgungsgeschehen vor Ort zum Wohle der Bevölkerung zu verbessern.

Für die Stufe II der Netzanerkennung müssen hohe Standards bei bestimmten Versorgungszielen erfüllt werden. So müssen die Mitglieder des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg innerhalb eines Jahres an zwei Netzveranstaltungen, vier Fallbesprechungen, an Qualitätszirkeln sowie an einer Mitglieder- und einer Patientenbefragung teilnehmen. Darüber hinaus werden im Praxisnetz eine elektronische Fall-Akte und der elektronische Datenaustausch eingesetzt. Um die Qualität und die Effizienz zu verbessern, werden im PNHL messbare und relevante Qualitätsindikatoren, wie z. B. Impfquoten genutzt. Diese werden in Zusammenarbeit mit der KV und aus Routinedaten der Krankenkassen gewonnen. Daraus wird ersichtlich, wo in der Region Handlungsbedarf besteht. Auf Basis dieser Daten werden Konzepte entwickelt und die Versorgung Schritt für Schritt verbessert.

Auch verfügt das Praxisnetz über eine eigene Wundmanagerin. Diese entlastet die Praxen, indem sie die Versorgung Sektor übergreifend koordiniert, Pflege- und Praxisteams schult und gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten für die optimale Patientenversorgung sorgt. Um die Informationen zur Behandlung zu bündeln, steht allen am Prozess Beteiligten eine Wundfallakte zur Verfügung.

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