Ärztenetze

Praxistaugliches Konzept zur effizienten Umsetzung des Geriatrischen Basis-Assessments

Die Anprobe des Alterssimulationsanzugs GERT sorgt für viele Aha-Momente in Leverkusen und Plettenburg.

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Das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen eG sowie das Ärztenetze Lennetz GmbH (Ärztliche Qualitätsgemeinschaft im Lennetal) organisierten in Kooperation mit Q-Pharm ein Fortbildungsprojekt für Ärzte und MFA zum Thema „Geriatrisches Basis-Assessment“ (GBAss). Die Veranstaltungen am 16. März in Leverkusen und zuvor am 3. Februar in Plettenberg stießen auf eine sehr gute Resonanz, sagte Nicole Balke, Regionalleiterin Netzmanagement der Q-Pharm.

Impressionen_Altersimulator_GERTDie Referenten auf beiden Fortbildungsterminen waren die Leverkusener Ärzte für Allgemeinmedizin Dr. Peter Travnik und Dr. Wolfgang Hübner, der auch Notfall- und Palliativmediziner ist. Ihre Vorträge für die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen beinhalteten taugliche Konzepte zur effizienten Umsetzung des GBAss im Praxisalltag.

Welche Sozialdaten sind beim GBAss für die Vernetzung ambulant-stationär wichtig? In den Seminarräumen der neuen Geschäftsstelle des Regionalen Gesundheitsnetzes Leverkusen sowie in Plettenberg (Lennetz) ging es bei dieser Frage um die machbare Umsetzung der Assessmentverfahren im Praxisablauf, wobei auch delegiert werden kann.

Die Informationen bezogen sich außerdem auf die Durchführung des regelmäßigen Medikations-Checks, der über die Ziffer 03362 vergütet wird. Das ist ein wichtiger Hinweis, denn ab Oktober 2016 haben nach dem E-Health-Gesetz Versicherte mit drei oder mehr Medikamenten einen Anspruch auf einen Medikationsplan (vgl. hierzu: www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2015/e-health-bundestag.html).

In den ärztlichen Fortbildungen wurde auch auf die „Netzakte“ Bezug genommen, die in Leverkusen bereits in 25 Praxen implementiert ist und eifrig genutzt wird. Auch hierbei besteht eine wichtige Verbindung zum GBAss, denn wichtige Parameter fließen in diese Netzakte ein.

Bei der gleichzeitigen Fortbildung für die MFA wurde weniger Theorie vermittelt als praktische Übungen demonstriert. Dazu zählten kleine Rollenspiele zu den notwendigen Assessmentverfahren. Wirksam unterstützt wurde die Assessment-Simulation von Irene Wieser (Internistische Praxis Dr. Wolfram Wieser, Leverkusen). Sie zeigte in ihrer wertschätzenden und empathischen Art besonders positive Formulierungen im Umgang mit den älteren Menschen, und zwar immer mit der Zielsetzung: Niemand wird vorgeführt! Diese kommunikativen Übungen sind wertvoll, um möglichst konkrete und adäquate Hilfestellungen für den Patienten in seinem Alltag anbieten zu können.

Die teilnehmenden Ärzte und Praxismitarbeiterinnen hatten zudem jeweils die Möglichkeit zur Anprobe von GERT und nahmen diese gerne wahr. Der Alterssimulationsanzug GERT besteht aus einzelnen Komponenten. Durch deren Zusammenwirken kann ein Effekt erzielt werden, der den Einschränkungen der sensomotorischen Fähigkeiten im Alter sehr nahekommt. Wer GERT ausprobiert hat, versteht die Verhaltensweise älterer Menschen besser. Dieser Alterssimulationsanzug ist deshalb in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften wie auch in der Entwicklung seniorengerechter Produkte sehr gut einsetzbar.

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