Ärztenetze

senimed-IT erleichtert die Pflege und hilft bei der AMTS

In ihrer speziellen Ausrichtung gilt die elektronische Vernetzung senimed-IT gegenwärtig als bundesweit einmalig.

Eigenes Archiv

Die Ärztegenossenschaft Westfalen-Lippe eG (ÄGWL) etabliert zurzeit das Vernetzungsprojekt senimed-IT, das von der ÄGWL in den vergangenen Monaten entwickelt worden ist. Mit einer Info-Veranstaltung wurde den Beteiligten am 16. November in der KVWL-Bezirksstelle Arnsberg die Funktion und Anwendung der neuartigen digitalen Patientenakte vorgestellt.

Senimed-IT verbindet zunächst die Praxen von Hausärzten und Pflegeeinrichtungen in Städten/Gemeinden des Hochsauerlandkreises; das sind Arnsberg, Hallenberg, Medebach, Sundern und Winterberg. Außer den Ärzten – später werden es auch Fachärzte sein – und Heimleitungen sind Medizinische Fachangestellte, Pflegekräfte und Apotheker die Zielgruppen.

In ihrer speziellen Ausrichtung gilt die elektronische Vernetzung senimed-IT gegenwärtig als bundesweit einmalig. Träger ist die ÄGWL unter Federführung von Dr. Hans Heiner Decker (Vorstand), Dr. Rudolf Wortmann (Aufsichtsratsvorsitzender). Die Regionalleiterin Netzmanagement Nicole Balke (Q-Pharm) unterstützt seit Beginn im inhaltlichen und strukturellen Management  das Projekt, immer mit dem Fokus auf die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

Die entsprechende Vernetzungssoftware wird zurzeit in den Verwaltungssystemen der beteiligten Praxen und den Pflegeeinrichtungen installiert. ViviAn heißt die patentierte Schnittstellenlösung, die vom Software-Unternehmen MicroNova (Vierkirchen bei München) realisiert wird. Die kooperierenden Heime arbeiten bei der digitalen Patientenakte mit den flächendeckenden Systemen der Pflegeheimdokumentation namens Vivendi und DAN.

Die digitale Vernetzung senimed-IT bringt folgende Vorteile und Verbesserungen:

  • einheitlich interdisziplinäre und strukturierte Betreuung der Pflegeheimpatienten sowie die Vermeidung von Krankheitseskalationen und unerwünschten Arzneimittelwirkungen bzw. -interaktionen
  • Entlastung von Pflegepersonal in den Heimen und von Praxismitarbeiterinnen durch schnelle Übermittlung aktueller Daten ohne Doppeldokumentation
  • der einheitliche Medikationsplan ermöglicht einen Gesamtblick auf die individuelle Medikation des Patienten, so dass Multimedikation reduziert oder verhindert werden kann
  • Vorbereitung und Effektivitätssteigerung interdisziplinärer Pflegeheimvisiten (u. a. mit Apothekern und Fachärzten)
  • Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen
  • Unterstützung des Überleitungs- und Entlassmanagements Pflege/Krankenhaus/Arzt

Für die strukturschwache HSK-Region soll nun der Aufbau weiterer ärztlicher Cluster rund um zu versorgende Pflegeheime vorbereitet werden. senimed-IT  wird dann in der Endstufe ein speziell auf den ländlichen Bereich ausgerichtetes innovatives und alternatives Versorgungssystem sein. Selbst solide Ärztenetzstrukturen könnten ohne Realisierung dieser neuen Konzepte im Bereich der Pflegeheimversorgung nicht ausreichend effektiv genug sein.  

Hinterlassen Sie einen Kommentar