Gesundheitspolitik

Arzneimittel-Werbung als Gegenleistung für Rabattverträge?

„insbesondere wenn sich eine Kasse gleichzeitig zum verlängerten Arm des Pharmamarketings macht“

© Zinco79 – istockphoto.com

Rabattverträge und die entsprechenden Verhandlungen können Kassen und um Verträge bewerbende Pharmaunternehmen offensichtlich in eine bestimmte Nähe bringen, „denn es geht nicht nur um Preise, sondern auch um Marketing“, schreibt kürzlich das „arznei-Telegramm“*  (Ausgabe 7/16 – www.arznei-telegramm.de). In dem interessanten a-t-Artikel wird an einem konkreten Beispiel geschildert, wie Rabattverträge mit der Direktwerbung für bestimmte Arzneimittel direkt miteinander verkoppelt sein können. So könnten als Gegenleistung für Rabattzahlungen beispielsweise gemeinsame Anschreiben von Kassen und Firma beschlossen werden, hieß es. 

„Da über Rabattverträge generell strikte Geheimhaltung verabredet wird, nährt dies Verdacht auf korrupte Einflüsse“, so a-t wörtlich, „insbesondere wenn sich eine Kasse gleichzeitig zum verlängerten Arm des Pharmamarketings macht“. Zwei weitere beachtenswerte Passagen aus dem Artikel: „Da bei Rabattvertragsverhandlungen die Öffentlichkeit und somit jegliche externe Kontrolle ausgeschlossen ist und die Inhalte der Verträge nicht bekannt gemacht werden, verschwimmen die Grenzen zur Korruption, etwa wenn sich durch Verabredung gemeinsamer Werbeschreiben höhere Rabatte aushandeln lassen… Allein schon die generelle Möglichkeit eines derartigen Szenarios macht die Grenzen und Absurdität solcher Geheimverhandlungen deutlich sowie die notwendige Konsequenz: Umfassende Transparenz bei allen Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie und Verbot der Koppelung von Rabattvertrag mit jeglicher Form von Pharmawerbung.“

*a-t versteht sich nach eigenen Angaben als Information für Ärzte und Apotheker – neutral, unabhängig und anzeigenfrei   

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