Gesundheitspolitik

Freiberuflichkeit darf nicht zur hohlen Phrase verkommen!

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Dr. Klaus Bittmann

Dr. Klaus Bittmann

von Dr. Klaus Bittmann

„Der Arzt als Freiberufler gefährdet?!“ – Nicht als Frage, sondern als bedrohliche Zielsetzung der Politik wird dies vom früheren KBV-Vorsitzenden Dr. Andreas Köhler in einem Referat vor der Vertreterversammlung der KV Berlin in den Raum gestellt – angesichts des neuen GKV-VSG. Freiberuflichkeit wird nicht geschenkt, sondern erkämpft, verteidigt und in Eigenverantwortung lebendig gehalten – dies gilt für Freiheit generell.

Wenn ich oder meine Standesvertretungen dieses Grundprinzip missachten oder vernachlässigen, die Aktivitäten auf Verwaltungsgeschäft, Bürokratie, interne Streiterei und Funktionärsgehabe begrenzt werden, so muss man sich nicht über Verlust an Freiheit wundern. Die Freiberuflichkeit darf nicht zur hohlen Phrase verkommen, weder durch Intention der Politik, noch durch mangelnde Glaubwürdigkeit der Ärzteschaft. Das hohe Gut der Selbstverwaltung hat nur dann seinen Sinn, wenn der freie Beruf – das gilt auch für Angestellte – und dessen Erhalt immer neu im Vordergrund steht. Das beschränkt sich nicht aufs Lamentieren, sondern bedeutet Einsatz und klares, verantwortungsvolles Handeln.

Wir gefährden unsere Freiheit selbst, wenn Politik meint, eingreifen zu müssen. Wir kennen selbst die Defizite in der Gesundheitsversorgung. Nicht alles, aber vieles könnten wir auch selbst im Sinne der Freiberuflichkeit verbessern. Konstruktive Lösungen müssen unsere ärztliche Versorgungsverantwortung beweisen und unsere Selbstständigkeit schützen.

Auch wenn es erfreuliche und engagierte Initiativen ärztlicher Gruppierungen aus freiberuflicher Verantwortung gibt, so werden diese oft durch die Selbstverwaltung behindert, nicht gefördert. Auch die Verordnungsfreiheit für ärztliche Medikation wird arztfremden Interessen geopfert. Die Selbstverwaltung muss sich fragen lassen, wer hier die Freiberuflichkeit gefährdet! Diese Frage wird aktuell eher zu einer Anklage seitens aller Beobachter des Schmierentheaters in der KBV und deren Umgang mit der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV).

Auf Köhlers Rede antwortet dann Kollege Dr. Uwe Kraffel, KV-Vorstand Berlin, mit dem Hinweis auf den doch so schönen Honorarzuwachs. Das jedenfalls geht aber am Thema vorbei – Silberlinge statt Freiheit?

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