Gesundheitspolitik

Weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum eArztbrief

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Die elektronische Übermittlung des Arztbriefs ist eine wesentliche Forderung des geplanten E-Health-Gesetzes. Von Anbieterseite steht diesem Konzept nichts mehr im Wege: Der systemübergreifende Befundaustausch per E-Arztbrief wird bei den meisten Vertragsärzten ab Januar 2016 funktionieren. Das hat der Interoperabilitätsworkshop E-Arztbrief von KV Telematik und Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) gezeigt.

Damit ist der Weg für Ärzte frei, die von der im E-Health-Gesetz angekündigten Förderung mit 55 Cent je E-Arztbrief gleich profitieren wollen. Diese Förderung soll laut Gesetzentwurf bereits im Januar starten. Für Ärzte gibt es somit einen Anreiz zum baldigen „Mitmachen“ beim digitalen Austausch von Arzt- und Entlassbriefen.

Vorerst ist es jedoch nur möglich, den E-Arztbrief über KV-SafeNet-/KV-Connect-Anschluss zu steuern. Voraussichtlich erst ab Ende 2016 können die E-Arztbriefe über die geplante neue Telematikinfrastruktur gesendet bzw. ausgetauscht werden. Die Krankenhäuser haben signalisiert, dass sie ihre elektronischen Entlassbriefe ebenfalls KV-Netz-kompatibel versenden werden.

Die Krankenkassen haben die Finanzierung der Übergangslösung kritisiert. Sie befürchten, dass sie den Aufbau einer Ärzteinfrastruktur bezahlen müssen, die parallel zur Telematikinfrastruktur betrieben wird. Deshalb wurde in die zweite, derzeit aktuelle Version des E-Health-Gesetzentwurfs die Frist 31.12.2016  hinein genommen, bis zu der die Gematik ein sicheres Verfahren für die Übermittlung medizinischer Dokumente über die Telematikinfrastruktur vorlegen muss. Somit könnte die Einführung von eArztbriefen über die Telematik in 2017 erfolgen. Die neue Frist ist insofern wichtig, als das E-Health-Gesetz festlegt, dass die Förderung von Arztbriefen im KV-Netz nur möglich ist, solange die Option über die Telematikinfrastruktur noch nicht zur Verfügung steht. Das zielt also darauf ab, Parallelnetze zu vermeiden.

 

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