Gesundheitspolitik

Wie funktionieren Termin-Servicestellen?

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Mit den Stimmen der Regierungskoalition ist das Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) im Juni vom Bundestag verabschiedet worden und, nach gleichfalls erfolgter Zustimmung des Bundesrates, am 1. August in Kraft getreten. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) begründete dabei unter anderem die Einrichtung von Terminservicestellen.

Die KVen sind nun gesetzlich verpflichtet, dieses Angebot einzurichten. Deren Ausgestaltung wird regional unterschiedlich ausfallen. Manche KVen richten einen speziellen Onlinedienst ein, andere einen Telefonservice oder eine Kombination aus beidem. Über das Serviceangebot sollen z. B. die Versicherten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt erhalten. Sollte das nicht möglich sein, kann der Patient ein Krankenhaus aufsuchen.

In Sachsen gab es dazu sozusagen vorauseilenden Gehorsam: Bereits im November 2014 richtete dort die KV in Leipzig eine Terminservicestelle ein, die an das Patiententelefon angegliedert wurde. Bis zu vier Mitarbeiter kümmern sich um die Terminvermittlung. Das Verfahren funktioniere gut, hieß es von der regionalen KV.

Das Projekt Sachsen sieht so aus: Auf einer dreistufigen Dringlichkeitsskala muss der Patient vom Hausarzt eingestuft werden. Sogenannte A-Patienten sind so schwer erkrankt, dass sie sofort und noch vom Hausarzt an einen Fachkollegen vermittelt werden. C-Patienten können warten. Der B-Patient muss selbst dreimal versucht haben, einen Termin zu bekommen. Monatlich erledigte die sächsische Servicestelle bisher durchschnittlich rund 200 Terminanfragen. Davon erfüllten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden mehr als drei Viertel der Patienten die notwendige Voraussetzung für eine Terminfestlegung und konnten erfolgreich an Fachärzte und Psychotherapeuten vermittelt werden.

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