Gesundheitspolitik

„Zunehmend betreuen Fachärzte die Patienten gemeinsam mit den Hausärzten“

Haus- und Fachärzte gemeinsam in der Grundversorgung zu stärken, sei nicht nur überfällig, sondern dringend notwendig, betonte Dr. Schroeder.

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Dr. med. Axel Schroeder

„Unsinnig“ nennt in dem Beitrag (Debatte über Grundversorgung: „Nur gemeinsam erreichen wir Ziele!“) der Vorstandsvorsitzende der ÄG-Nord, Dr. Klaus Bittmann, die Debatte zum Thema Grundversorgung. Hintergrund: Im Juni 2017 stellte der SpiFa anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl sein Grundsatzpapier „Fachärzte in der Grundversorgung“ vor und sorgte damit für eine rege Diskussion. Auf Dr. Bittmanns Statement antwortet nun das Vorstandsmitglied Dr. Axel Schroeder (Neumünster), Vorsitzender des Berufsverbandes der Deutschen Urologen und Vorstandsmitglied des SpiFa.

Dr. Schroeder stellt fest: Versorgungsrealität ist bereits heute, dass die ambulante medizinische Grundversorgung der Bevölkerung durch Hausärzte und Fachärzte gleichermaßen erfolgt. So seien im Fachbereich der Urologie fast 50 Prozent der Leistungen mittlerweile der Grundversorgung zuzuordnen. „Uns als Fachärzte liegt es aber fern, die Grundversorgung von den Hausärzten zu übernehmen; dabei geht es vielmehr darum, deutlich zu machen, dass wir mit den Hausärzten gemeinsam zunehmend Patienten in der Grundversorgung betreuen. Das gilt schon längst nicht mehr nur für die Fachgruppen der Augenärzte und Frauenärzte, sondern betrifft vor allem die Organfächer insgesamt.“

Um den Vertragsärzten in der Grundversorgung künftig eine Perspektive zu geben, fordert der SpiFa die Leistungen der Grundversorgung außerhalb der Morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) zu stellen und als extrabudgetäre Leistungen abzurechnen. Ein Anfang wäre damit gemacht, insbesondere Gesprächs-, Koordinierungs- und Managementleistungen aus der MGV herauszunehmen, mit dem klaren Ziel die komplette Grundversorgung künftig extrabudgetär zu vergüten. Dr. Schroeder: „Ansonsten lösen wir die Nachwuchsfragen für eine wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung nicht.“

 

Haus- und Fachärzte gemeinsam in der Grundversorgung zu stärken, sei nicht nur überfällig, sondern dringend notwendig, da in diesem Bereich bereits heute eine Unterversorgung der Patienten vorliege, betonte Dr. Schroeder. Dies gelte es Politik und Krankenkassen klar zu machen, „wenn sie an einer wohnortnahen, flächendeckenden und qualifizierten Versorgung der Bürger und Versicherten interessiert sind“.

Dr. Schroeder abschließend: „Haus- und Fachärzte in einer Hand, – ein bewährtes Bekenntnis von uns Vertragsärzten in Schleswig-Holstein. Ein Bekenntnis, das dem Hausärzteverband zwar fremd erscheint, jedoch verkennt die Grundsatzkritik eindeutig, dass der SpiFa auch die Abschaffung des Budgets für die Hausärzte fordert. Warum dies „krude und wirr“ ist, wie der Hausärzteverband das Grundsatzpapier bezeichnete, muss noch einmal erläutert werden.“

Mit dem Grundsatzpapier „Fachärzte in der Grundversorgung“ bezieht der SpiFa als Facharzt-Dachverband zur Grundversorgung Stellung und unterstreicht die Notwendigkeit und Forderungen der KBV die Budgetierung abzuschaffen. Das Grundsatzpapier „Fachärzte in der Grundversorgung“ im Volltext hier zum Nachlesen.

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