Medikation

AkdÄ: UAW melden, die durch Medikationsfehler entstanden sind

Systematische Auswertung soll dabei helfen Interventionen ableiten zu können, um die Sicherheit der Patienten zu verbessern.

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Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) bittet Mediziner um Unterstützung: Auf einem neuen Berichtsbogen sollen Nebenwirkungen erfasst werden, die auf Medikationsfehler zurückzuführen sind. Die Ergebnisse dienen dem Projekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern, das bereits vor fast zwölf Monaten angelaufen ist, teilte die AkdÄ am 7. Januar mit.

Pläne der Europäischen Union sehen vor, dass Nebenwirkungen durch falsche Arzneigabe künftig in den nationalen Pharmakovigilanzsystemen dokumentiert werden, begründete die AkdÄ ihren Aufruf. In Deutschland existiere allerdings noch keine zentrale Institution zur Erfassung von Medikationsfehlern. Deshalb führe die AkdÄ dieses Pilotprojekt durch. Es werde vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Die Arzneimittelkommission möchte mit der Maßnahme überprüfen, ob innerhalb des Spontanmeldesystems der AkdÄ auch Medikationsfehler erfasst werden können und ob sich aus einer systematischen Auswertung Interventionen ableiten lassen, die die Sicherheit der Patienten verbessern. Primär erfasst werden ärztliche Spontanmeldungen zu Medikationsfehlern, die zu einem (schwerwiegenden) Schaden geführt haben oder hätten führen können, hieß es. Außerdem sollen der AkdÄ zufolge Medikationsfehler gemeldet werden, die nach Einschätzung meldender Kollegen medizinisch relevant sind.

Die einzelnen Fallberichte würden analog zu anderen Nebenwirkungsmeldungen bewertet und vertraulich behandelt, erklärte die AkdÄ. Nach der Erfassung in der Datenbank werden die kodierten Fallberichte pseudonymisiert an das nationale Pharmakovigilanzsystem weitergeleitet, hieß es.

Weiterführende Informationen und den Medikationsfehler-Berichtsbogen finden Sie hier:
http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Medikationsfehler/index.html

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