Medikation

BfArM führt nun eine Liste der versorgungsrelevanten Arzneimittel

Arzneimittel, die mit einem besonderen Versorgungsrisiko verbunden sind, sollen künftig besonders engmaschig von den Behörden überwacht werden.

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Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Mai 2017 erstmals eine Liste von Wirkstoffen veröffentlicht, die für die Versorgung der Bevölkerung als besonders relevant angesehen werden. Diese aktuelle Übersicht ist wichtig, um zwischen Liefer- und Versorgungsengpässen zu unterscheiden.

Ein Lieferengpass müsse nicht gleichzeitig ein Versorgungsengpass sein, „da oftmals alternative Arzneimittel zur Verfügung stehen, durch die die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter sichergestellt werden kann“, erläuterte das Bundesinstitut. Die aktualisiert geführte Liste enthält Wirkstoffe für verschreibungspflichtige Arzneimittel und beruht maßgeblich auf den Vorschlägen der medizinischen Fachgesellschaften. Berücksichtigt wurde auch eine Übersicht der WHO zu essentiellen Wirkstoffen. Arzneimittel, die mit einem besonderen Versorgungsrisiko verbunden sind, sollen künftig besonders engmaschig von den Behörden überwacht werden.

Ein besonderes Versorgungsrisiko liegt etwa vor, wenn es für das Mittel nur noch einen Zulassungsinhaber oder Wirkstoffhersteller gibt und keine therapeutischen Alternativen bestehen. Mit der Übersicht hofft die Bundesoberbehörde, relevante Probleme schnell zu identifizieren und im Dialog mit den Herstellern Lösungen zu finden. – Außerdem hat das BfArM nach eigenen Angaben sein Verfahren zur Veröffentlichung von Lieferengpässen für Humanarzneimittel in Deutschland umgestellt. Neben einem neuen Formular soll die Übersicht künftig auch die Meldungen von den Zulassungsinhabern an die Krankenhäuser beinhalten. Die Versorgungslage für verschreibungspflichtige Arzneimittel im stationären Bereich soll damit transparenter werden.

Die jeweils aktuelle Liste ist abrufbar über diese Internet-Adresse:
www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/zul/amInformationen/Lieferengpaesse/versorgungsrisiko.html

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