Medikation

Erste Etappe für einheitlichen Medikationsplan erreicht

Der bundeseinheitliche Medikationsplan auf Papier ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit.

© Katarzyna Bialasiewicz – istockphoto.com

Die KBV, der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Bundesärztekammer (BÄK) haben eine gemeinsame Vereinbarung zur Erstellung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans getroffen.

Vom 1. Oktober 2016 an haben Patienten, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig anwenden, einen Anspruch auf die Erstellung sowie Aktualisierung eines Medikationsplans. Dieser soll vorerst in Papierform ausgefertigt werden. Ziel ist jedoch, ihn spätestens 2019 auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu speichern. 

Das seit Dezember 2015 geltende E-Health-Gesetz schreibt den neuen Medikationsplan vor. Mit der nun unterzeichneten Rahmenvereinbarung ist die pünktliche Einführung gesichert, heißt es in den Mitteilungen der drei Organisationen vom 2. Mai. Zusammen haben KBV, DAV und BÄK den Inhalt und die Struktur des Medikationsplans erarbeitet, Vorgaben zur Aktualisierung vorgelegt sowie ein Verfahren zur Fortschreibung entwickelt.

„Für die Patienten bringt der Medikationsplan mehr Sicherheit, da er alle wichtigen Informationen zur Art und Anwendung der Medikamente enthält“, so Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Ziel sei es, Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen. Mit dem Medikationsplan können zukünftig Verordnungen aller Ärzte eines Patienten sowie die Selbstmedikation auf einem einheitlichen Medikationsplan erfasst werden. In der Regel wird der Plan vom Hausarzt ausgestellt und aktualisiert. Aktualisierungen durch mitbehandelnde Ärzte sind ebenfalls möglich.

Die Apotheke ergänzt den Medikationsplan auf Wunsch des Patienten um die in der Apotheke abgegebenen Arzneimittel. Der beste Weg zur Verbesserung der AMTS sei das Zusammenwirken von Apotheker und Arzt mit einem berufsübergreifenden Blick auf die Gesamtmedikation, sagt DAV-Vorsitzender Fritz Becker. In rund drei Jahren müssen dann alle Vertragsärzte und Apotheker in der Lage sein, einen auf der eGK gespeicherten Medikationsplan zu aktualisieren.

Dr. Franz Bartmann

Dr. Franz Bartmann

„Der bundeseinheitliche Medikationsplan auf Papier ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Damit ist der Weg gebahnt für die elektronische Lösung im Rahmen der Telematikinfrastruktur“, sagt Dr. Franz Bartmann (Flensburg), Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer.

Nun sollen bis zum 30. Juni 2016 die KBV und der GKV-Spitzenverband noch die Vorlagen für die Regelung des Versichertenanspruchs im Bundesmantelvertrag sowie für die ärztliche Vergütung zum Medikationsplan liefern.

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