Medikation

„Letzte Bastion“ gegen Rabattverträge

© Robert Kneschke

Die „pharmazeutischen Bedenken“ sind die „letzte Bastion“ der Apotheker gegen die Rabattverträge, so der Onlinedienst Apotheke-adhoc.de. Wenn zum Beispiel ein Patient das Rabattarzneimittel nicht verträgt, darf der Apotheker den Austausch ablehnen und seine Bedenken auf dem Rezept vermerken (vgl. auch PERSPECTIV Printausgabe 1-2015). Aktuell treten vermehrt Retaxationen auf, bei denen Apotheken ihre pharmazeutischen Bedenken nicht ausreichend begründet haben.

Der Apotheker dokumentiert auf dem Rezept, dass er den Rabattvertrag wegen pharmazeutischer Bedenken nicht befolgt hat. Diese bestehen etwa, wenn der Therapieerfolg des Patienten trotz zusätzlicher Beratung gefährdet ist. Anders ausgedrückt: Wenn der Patient ein ihm unbekanntes Mittel gar nicht nimmt, ist niemandem geholfen. Neben den allgemeinen Regeln im Rahmenvertrag gibt es dazu einen Kommentar des Deutschen Apothekerverbands (DAV). Darin heißt es, dass der Apotheker den Grund für die Abweichung vom Rabattvertrag im Einzelfall „stichwortartig zu vermerken“ hat. Als Beispiele werden Wirkstoffe mit geringer therapeutischer Breite, Non-Compliance oder problematische Dosierungen genannt. Vorgaben für die schriftliche Begründung gibt es nicht, allerdings gibt es gängige Formulierungen wie: „Gefährdung des Therapieerfolgs durch Non-Compliance.“ Manche Apotheker haben sich sogar Stempel mit diesem Satz anfertigen lassen und fahren nach eigenen Angaben gut damit.

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