Medikation

Tablettenreste im Stuhl können Patienten verunsichern

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Sind Arzneimittel in Form von Resten oder scheinbar sogar unverändert noch als Tablette im Stuhl sichtbar, kann das den Patienten verunsichern und einen Therapieabbruch zur Folge haben. Die jeweiligen Wirkstoffe seien jedoch in aller Regel vollständig freigesetzt worden; die Wirksamkeit der Medikamente sei somit also nicht beeinträchtigt, berichtete jüngst der pharmazeutische Fachdienst „arznei-telegramm“ (Nr.8, 2015).

Dieses Phänomen tritt regelmäßig nach Einnahme bestimmter Retardzubereitungen wie Matrixtabletten auf, die den im Tablettengerüst (unverdauliche Polymethacrylat-, Fett-Matrix u. a.) enthaltenen Wirkstoff verzögert abgeben, hieß es. Auch die in Kapseln enthaltenen retardierten Kügelchen könnten nach Darmpassage scheinbar unversehrt im Stuhl auftauchen.

Um Irritationen bei Patienten zu verhindern und die Compliance zu sichern, wird Ärzten empfohlen, auf die Möglichkeit sichtbarer Tablettenreste im Stuhl hinzuweisen. Dabei sollte gegenüber den Patienten betont werden, dass sie bei einer entsprechenden Wahrnehmung die Gewissheit haben dürfen, dass die Wirkung des Medikaments trotz seiner noch sichtbaren unverdaulichen Bestandteile gegeben sei.

Das arznei-telegramm listete rund 20 Wirkstoffe und Handelsnamen auf, bei denen Patienten über Tabletten bzw. Reste des Präparates im Stuhl aufgeklärt werden sollten.

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