Medikation

Bei Colchicin droht Überdosierung – am besten auch Abgabemenge begrenzen!

Die Gesamtdosis Colchicin von 8 mg innerhalb von 24 Stunden bzw. von 12 mg pro Gichtanfall darf keinesfalls überschritten werden.

Eigenes Archiv

Trotz bestehender Warnhinweise in den Fach- und Gebrauchsinformationen kommen laut Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weiterhin unabsichtliche und akzidentelle Überdosierungen von Colchicin vor, die schwerwiegende Folgen für betroffene Patienten haben können. Um dieses Risiko zu vermindern, ist – so die AkdÄ – neben der Aufklärung der Patienten eine Begrenzung der Abgabemenge sinnvoll.

Die Gesamtdosis Colchicin von 8 mg innerhalb von 24 Stunden bzw. von 12 mg pro Gichtanfall darf keinesfalls überschritten werden, meldet die UAW-Datenbank der AkdÄ, veröffentlich auch im Deutschen Ärzteblatt (Jg. 114/2017, Heft 3). Ein Milliliter der Lösung bzw. eine Tablette enthalten jeweils 0,5 mg Colchicin. Das heißt: Die maximale Dosierung pro 24 Stunden beträgt 16 ml oder 16 Tabletten à 0,5 mg (2; 3). Toxische Symptome treten zunächst an Organen und Geweben mit hoher Proliferationsrate auf (z. B. Gastrointestinaltrakt). Akute Intoxikationen kommen bei Erwachsenen nach Einnahme von circa 20 mg vor, letale Verläufe wurden aber auch bei therapeutischer Dosierung beobachtet. Die Symptome beginnen nach etwa zwei bis fünf Stunden.

Colchicin (= Alkaloid der Herbstzeitlosen /Colchicum autumnale wirkt als Zellgift) wird als Medikament zur Therapie des akuten Gichtanfalls und in niedriger Dosierung auch zur Prophylaxe angewendet. Es besitzt eine geringe therapeutische Breite. Kontraindikationen (z. B. eingeschränkte Nierenfunktion, Lebererkrankungen) und mögliche Wechselwirkungen (insbesondere mit Inhibitoren von P-Glycoprotein oder CYP3A4) sollten bei der Verordnung unbedingt beachtet werden.

Hier ist die komplette Darstellung der AkdÄ abrufbar:
https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Medikationsfehler/20170120.html

Hinterlassen Sie einen Kommentar