Medikation

Wechselwirkungen bei Potenzmitteln: Arztgespräch unerlässlich!

Nur das dem Rezept vorausgehende ärztliche Gespräch trägt dazu bei, mögliche unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

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Alle diejenigen, die ein Potenz steigerndes Mittel einnehmen möchten, sind gut beraten, sich dieses vom Arzt verordnen zu lassen. Denn nur das dem Rezept vorausgehende ärztliche Gespräch trägt dazu bei, mögliche unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Verschreibungspflichtige Erektionsförderer – wie z. B. Sildenafil, Avanafil, Vardenafil – ohne ärztliche Empfehlung zu besorgen, sozusagen „unter der Hand“, ist angesichts drohender Wechselwirkungen überhaupt nicht ratsam.

Das mit der Herausgabe einer Zeitschrift verbundene Portal „Gute Pillen – schlechte Pillen“ (GPSP)* warnte kürzlich einmal mehr vor Potenzmitteln, die auf Um- oder Abwegen besorgt werden. „Die Mittel können gefälscht sein“, schreibt GPSP . „In angeblich natürlichen Produkten können PDE-5-H (Phosphodiesterase-5-Hemmstoffe) stecken, die nicht deklariert sind.“ Und weiter: „Selbst wenn ein Online-Anbieter ein Rezept verlangt, fehlt das Arztgespräch, das unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen thematisiert.“

Gerade Männer, die Potenzmittel einsetzen möchten, benötigen oft auch andere Medikamente. GPSP: Deshalb ist ein ausführliches Arztgespräch unerlässlich, denn darin lässt sich klären, ob eine Kombination problematisch ist und wie die Medikation angepasst werden kann, um Risiken zu mindern. Manchmal reiche es aus, die Dosis des Potenzmittels zu verändern oder es müssen weitere Arzneimittel neu dosiert bzw. ausgetauscht werden.

Die Zeitschrift nennt in diesem Zusammenhang einige Beispiele von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, die mit Potenzmitteln wechselwirkend agieren können. Manche Medikamente schwächen die Wirkung des Potenzmittels ab, andere verstärken sie. So werde die Blutgefäßerweiterung durch die Einnahme von Ciprofloxacin, Clarithromycin, Erythromycin, Fluconazol, Ketonconazol, Ritonavir oder Voriconazol verstärkt, aber auch durch das Trinken von Grapefruitsaft. Geschwächt werde laut GPSP die Gefäßerweiterung und damit die Wirkung eines Potenzmittels durch Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin und selbst durch die Einnahme von Johanniskraut.

*Drei unabhängige deutsche Arzneimittelzeitschriften hoben das Projekt „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ 2005 aus der Taufe: arznei-telegramm®, DER ARZNEIMITTELBRIEF und der Pharma-Brief; hinzu kam später die Zeitschrift Arzneiverordnung in der Praxis. Alle informieren seit Jahrzehnten Ärzte, Apotheker, Gesundheitswissenschaftler und andere Fachleute in Sachen Gesundheit, über Nutzen und Risiken alter und neuer Arzneimittel, von Nahrungsergänzungsmitteln, von bestimmten Diagnose- und Therapieverfahren. Mehr dazu unter www.gpa-sp.de

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