Medikation

Wiederholungs-Verordnung statt Duplikat-Rezept

Wichtige Infos zum Umgang mit verlorenen Rezepten.

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Ein Rezept sollte vom Arzt nicht als „Duplikat“ gekennzeichnet werden, wenn z. B. ein Patient versichert, er habe das von ihm noch nicht eingelöste Originalrezept verloren. Den Ärger handeln sich dann möglicherweise alle drei ein – Arzt, Patient und Apotheke.

Kassenrezepte mit Vermerk oder Stempel „Duplikat“, „Kopie“, „Zweitschrift“ weisen die Krankenkassen der Apotheke gegenüber als nicht abrechnungsfähig zurück. Oder die Apotheke selbst lehnt es vorher schon ab, dem Patienten aufgrund des Duplikatrezepts das damit verordnete Arzneimittel auszuhändigen. Denn: Apotheken, die Kopien beliefern, haben mit einer Beanstandung durch die jeweilige Kasse zu rechnen. Die Konsequenz ist eine Retaxierung der Apotheke. Kommt es ganz „dicke“, so droht ihr ein Verfahren wegen Abgabe eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels ohne ärztliche Verordnung.

Das empfehlen die KVen:  Sie als Ärztin oder Arzt sollten eine so genannte Wiederholungsverordnung (handschriftlich oder als Aufdruck auf dem Rezept vermerkt) ausstellen. Wenn möglich sollte die „Wiederholungsverordnung“ mit dem Datum der Erstverordnung versehen werden. Zusätzlich muss auf diesem Rezept ein Vermerk stehen (z. B. „Original vom Patienten verloren“ oder „Patient findet verlegtes Rezept nicht mehr“), mit dem die erneute Rezeptausstellung begründet wird. Möglichst sollte die Wiederholungsverordnung mit dem Datum der Erstverordnung versehen werden.

Je nachdem, was mit dem verloren gegangenen Rezept verordnet worden ist, z. B. im Betäubungsmittelbereich, könnte damit Unfug getrieben werden, indem es von Unberechtigten eingelöst wird. Wegen solcher Betrugsmöglichkeiten werden Neuausstellungen von Rezepten in der Regel von den Krankenkassen gründlich geprüft. Die Prüfstellen können genau feststellen, ob die zugehörige Erstausstellung bereits zur Abrechnung eingereicht wurde. Ist auf dem Rezept „Duplikat“, „Kopie“ oder „Zweitschrift“ vermerkt, so hält die Apotheke in vielen Fällen zwar Rücksprache mit dem verordnenden Arzt und dokumentiert das Ergebnis auf der Rezeptvorderseite. Jedoch akzeptieren die Kassen auch solche rückgefragten Duplikatsrezepte in der Regel nicht.

Noch ein Tipp: Vermeiden Sie nach Möglichkeit den Versand eines Rezepts per Post als normalen Brief. Beim Postversand liegt die Haftung für die Zustellung bei Ihnen. Grundsätzlich setzt die Arzneiverordnung bekanntlich einen Arzt-Patienten-Kontakt voraus, d. h. wenn dem Patienten oder auch einem Angehörigen die Verordnung persönlich in der Praxis ausgehändigt wird, ist dieser für sein Rezept verantwortlich.

Hier noch eine gute Alternative beim GKV-Patienten, der sein Rezept verloren hat:  Sie bieten ihm im dringenden Fall an, ein Privatrezept auszustellen. Damit kommen Sie Ihrer ärztlichen Pflicht nach und der Patient ist nicht unversorgt. Jedoch muss er darauf hingewiesen werden, dass die in der Apotheke entstehenden Kosten für das Medikament zunächst vom Patienten zu tragen sind und er ggf. mit seiner Kasse wegen der späteren bzw. nachträglichen Kostenerstattung sprechen sollte.

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