Medikation

Ziel: Bessere Compliance – und das ohne Rabattvertrag

Sicher ist sicher: Verzicht auf Teilnahme am Rabatt-Wettbewerb

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Die Möglichkeit und das Muss von Arzneimittel-Rabattverträgen wurde 2007 mit dem Ziel eingeführt, die Wirtschaftlichkeit der Generikaversorgung bei gleichbleibender Qualität zu verbessern. Ob dieses Ziel komplett erreicht wird, ist fraglich: Gesundheitsökonomische Untersuchungen sprechen vom Problem der rabattvertragsbedingten Non-Compliance. Bereits kleine Veränderungen in der Therapie können zu Verunsicherungen beim Patienten führen.

Das gefährliche Ausmaß der drohenden Non-Compliance wird aktuell erneut daran deutlich, dass seit dem 1. Juli Millionen gesetzlich Versicherte aufgrund der Rabattverträge wieder andere Arzneimittel in der Apotheke erhalten als bisher. Somit steht das Rabattwesen z. B. der Behandlung von Schmerzpatienten häufig im Wege, stellte jüngst die Deutsche Schmerzgesellschaft fest. Patienten mit chronischen Schmerzen sollten möglichst immer mit demselben Präparat versorgt werden, appellierte der Fachverband.

Q-Pharm verzichtet aus arzneimitteltherapeutischen Sicherheitsgründen auf die Teilnahme am Rabattwettbewerb. Q-Pharm möchte, zumal aus ärztlicher Sicht betrachtet, allein dem Wohl des Patienten dienen, insbesondere den chronisch Kranken und Multimorbiden. Das sind aus Q-Pharm-Sicht die so genannten multirequenten Patienten, also solche, die vielfach bedürftig sind bzw. auf die sich ein besonderes Augenmerk bei der medikamentösen Versorgung zu richten hat. Beim medikamentösen Versorgungsangebot von Q-Pharm geht es also um mehr AMTS sowie um die Verbesserung und Sicherung der Compliance.

Wirtschaftlich betrachtet trägt auch die jüngste Runde an der Rabattfront für generische Medikamente zur wachsenden Wettbewerbsverzerrung auf dem deutschen Arzneimittelmarkt bei. Eines der großen Pharmaunternehmen ist jetzt z. B. bei Simvastatin und Omeprazol mit einem rabattierten Deckungsgrad von jeweils 70 Prozent präsent, geht aus jüngsten Berichten des Branchen-Nachrichtendienstes apotheke-adhoc.de hervor. Solche Anteile spiegeln eine erhebliche, für kleinere Unternehmen ruinöse Markteinschränkung wieder. Von gesundem Wettbewerb kann kaum noch die Rede sein. Die Vielfalt der generischen Anbieter ist bedrohter denn je. Denn durch Verträge mit nur einem oder wenigen Herstellern verhängt eine Krankenkasse quasi einen Lieferstopp für alle anderen, folgerte kürzlich die Fachorganisation „Pro Generika“.

Die Konzentration der Rabattverträge auf nur wenige Hersteller in einem Markt, der letztlich überwiegend über Mengen und Preise geregelt wird, kann weitreichende negative Folgen mit sich bringen, wie z. B. Engpässe in der Arzneimittelversorgung und Qualitätseinbußen.

Auch aus diesen Gründen hat sich Q-Pharm grundsätzlich aus dem Rennen um Generika-Rabattverträge ausgeklinkt. Sie möchte damit das wirtschaftliche Risiko so gering wie möglich halten und sich in puncto Versorgungssicherheit nicht dem Diktat des verzerrten Marktes unterwerfen.

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