Praxisalltag

Aktuelle Infos für die Praxis

Interessante Themen und lesenswerte Kurzmeldungen.

Eigenes Archiv

August 2016:

+++ Merkblatt zum Medikationsplan: Gesetzlich Versicherte, die gleichzeitig drei oder mehr Arzneimittel verordnet bekommen, haben bekanntlich vom 1. Oktober 2016 an einen Anspruch auf einen Medikationsplan. Ein Merkblatt für Patienten erläutert u. a. die Inhalte und Bedeutung der Medikationsplan-Felder: https://www.abda.de/fileadmin/assets/eGK/MedPlan_Merkblatt.pdf +++

Juni 2016:

+++ In Berlin nimmt die Deutsche Gesellschaft selbstständiger Fachberater für das Gesundheitswesen“ (DGSFG) ihre Arbeit auf. Hintergrund ist, dass steuerliche Fragen im Gesundheitswesen wirtschaftliche, berufsrechtliche und juristische Komplexe und Themen umfassen. Beispiele: Wieviel ist meine Praxis wert? Sind meine Verträge nach dem neuen Antikorruptionsgesetz strafrechtlich bedenklich? Was bedeutet die Einführung von Pflegegraden für unseren Pflegedienst?“ Die DGSFG möchte Ärzte, Apotheker, Pflegedienste und andere Vertreter der Gesundheitsberufe angemessen steuerlich beraten, teilte die Gesellschaft mit. Die DGSFG vereint nach eigenen Angaben ausschließlich vom deutschen Steuerfachverband geprüfte Fachberater für das Gesundheitswesen. Die Experten der DGSFG beherrschen aufgrund einer Zusatzausbildung neben dem Steuerrecht auch die rechtlichen und wirtschaftlichen Besonderheiten der Gesundheitsbranche. Weiterführende Informationen: www.dgsfg.de +++

+++ Rat und Hilfe zur Pflege bietet ein neues Internetangebot des Gesundheitsministeriums Schleswig-Holstein. Wenn ältere Menschen pflegebedürftig werden, sie Unterstützung im Haushalt benötigen oder zu vereinsamen drohen, sind entsprechende Informationen wichtig. Wo kann ich Hilfe zu Pflegethemen finden? Wer ist zuständig? Was ist zu tun? An wen kann ich mich wenden und worauf habe ich Anspruch? Welche Angebote sind in welcher Situation sinnvoll? Antworten auf diese Fragen und Orientierung geben die Themenseiten „Pflege – Rat und Hilfe“ mit weiterführenden Links und Checklisten. Um den Zugang auch ungeübten Internetnutzern zu erleichtern, werden fiktive Geschichten erzählt, in denen sich die Betroffenen wiederfinden sollen und somit besser orientieren können. Beispiele zeigen auf, was zu entscheiden ist und welche Maßnahmen möglich sind. Die Themenseiten werden vom Gesundheitsministerium im Internetauftritt des Landes Schleswig-Holstein betrieben; ein wertvoller Tipp auch für Ärzte, die diese neue Website betroffenen Patienten empfehlen können: www.pflege.schleswig-holstein.de +++

+++ Neue Richtlinie für AU-Bescheinigungen: Vor kurzem ist eine neue Richtlinie des Gemeinsamen Bundesauschusses (GBA) über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit (AU) in Kraft getreten. Einbezogen in diese Regelung sind die Maßnahmen zur stufenweisen Wiedereingliederung nach § 92 Absatz 1 Satz 2 Nummer 7 SGB V. Die neue Richtlinie war bereits am 17. Dezember 2015 beschlossen worden. Nach dieser neuen AU-Richtlinie dürfen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nur noch bis zu einem Zeitraum von zwei Wochen, in besonders begründeten Ausnahmefällen bis zu einem Monat (vier Wochen) ausgestellt werden. Der Bericht für die Krankenkasse bei Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit – das ist das Muster 52 – muss nur nach Anforderung durch die zuständige Krankenkasse ausgestellt werden. Hier die komplette Richtlinie zum Herunterladen:  www.g-ba.de/downloads/62-492-1140/AU-RL_2015-12-17_iK-2016-03-17.pdf +++

März 2016:

+++ Im Rahmen des Entlass-Managements können jetzt Krankenhausärzte den Patienten Arzneimittel verordnen oder mitgeben. Eine entsprechende Änderung der Arzneimittel-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ist am 16. März 2016 mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft getreten. Durch diese Richtlinienänderung soll eine lückenlose medikamentöse Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt sichergestellt werden.  Quelle: Bekanntmachung eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Entlassmanagement +++

Februar 2016:

+++ Für die Zufriedenheit beim Arzt spielt für viele Patienten nicht nur Fachkompetenz eine wichtige Rolle: Sieben von zehn Patienten sagen, dass zwischenmenschliche Faktoren wesentlich sind. Das ist Ergebnis einer am 17.02.16 veröffentlichten Umfrage des Arztbewertungsportals jameda. An der nicht repräsentativen Befragung im Internet nahmen nach jameda-Angaben insgesamt 1.391 Menschen teil. Größter Wunsch ist, dass der Arzt aufmerksam zuhört (41 Prozent) in der Befragungs-Rubrik Zwischenmenschlichkeit. An zweiter Stelle (17 Prozent) wurde genannt, dass Ärzte sich ausreichend Zeit nehmen. 13 Prozent werteten das Einfühlungsvermögen und die Sensibilität des Arztes als wichtigste Eigenschaft, abgesehen von der fachlich medizinischen Kompetenz. Die Umfrage-Teilnehmer hielten nicht nur das Verhältnis zwischen ihnen selbst und dem Arzt als wichtig für ihre Zufriedenheit beim Praxisbesuch, sondern auch das Verhältnis zwischen dem Arzt und seinem Team. Für vier von fünf Patienten ist der Umfrage zufolge ein freundlicher Umgang zwischen Arzt und Mitarbeitern entscheidend. +++

Januar 2016:

+++ Ein neues T-Rezept-Muster wird ab 1. Februar 2016 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegeben. Die zuletzt gültigen Muster behalten bis zum Auslaufen jedoch weiterhin ihre Gültigkeit. Der neue amtliche Vordruck des T-Rezept-Musters wurde am 21. Januar im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist nunmehr gültig. Eine ärztliche Verschreibung von Arzneimitteln, die die Wirkstoffe Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid enthalten, hat auf einem nummerierten zweiteiligen amtlichen Vordruck (T-Rezept, Original und Durchschrift) zu erfolgen. Das erste Blatt (Teil I) dient der Apotheke zur Verrechnung; das zweite Blatt (Teil II) dient der Auswertung durch das (BfArM). Das erste Blatt ist durchschreibend, wobei die nicht für das BfArM bestimmten Angaben nicht auf Blatt II abgebildet werden. Das neue T-Rezept wurde dem aktuellen Arzneiverordnungsblatt Muster 16 angepasst. Darüber hinaus sieht das Verordnungsblatt nur noch eine Datumsangabe vor. Die jeweiligen Rückseiten bleiben unverändert. +++

+++ In seinem neuen Merkblatt „Die barrierefreie Arztpraxis“ erläutert der NAV-Virchow-Bund ausführlich, was beim barrierefreien Umbau einer Praxis alles zu beachten ist. Das Merkblatt geht detailliert auf die verschiedenen Personengruppen und die Bauvorschriften für die einzelnen Bereiche ein, das sind Eingang, Wartezimmer, Behandlungsräume, Sanitäranlagen und Außenbereich. Anhand der baulichen Vorgaben ist ersichtlich, dass der vorschriftsmäßige Umbau mit hohen Kosten verbunden ist. Dass sich dieser aus unterschiedlichen Gründen aber durchaus lohnt, wird ebenfalls im Merkblatt erörtert. Denn von Barrierefreiheit profitieren nicht nur die Patienten. In einem eigenen Abschnitt widmet sich das Merkblatt deshalb dem Thema „Anforderungen an einen behindertengerechten Arbeitsplatz“. Hier wird ausführlich beschrieben, welche Voraussetzungen für sehbehinderte oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Mitarbeiter geschaffen werden müssen.  +++

+++ Patentabläufe von Biopharmazeutika bringen Chancen für Patientenversorgung und Finanzierbarkeit, denn bis 2018 laufen Biopharmazeutika mit einem Umsatzvolumen von 1,3 Milliarden Euro auf dem deutschen Markt aus dem Patent (laut Berechnung von INSIGHT Health). Bisher sind (Stand Juni 2015) gut 20 biotechnologisch hergestellte Nachfolgepräparate (Biosimilars) verschiedener Hersteller in Deutschland und der EU zugelassen. Nach Patentablauf können nun weitere Biosimilars in die Versorgung gebracht werden. „Der damit verbundene Preiswettbewerb ermöglicht eine nachhaltig finanzierbare Patientenversorgung mit diesen modernen und hochwirksamen Medikamenten“, erklärte am 7. Januar in einer Pressemitteilung Dr. Andreas Eberhorn, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars, die Interessenvertretung der Biosimilarunternehmen in Deutschland unter dem Dach des Pro Generika e.V. (www.probiosimilars.de) +++

Dezember 2015:

+++ GKV-Versicherte, die Zuzahlungsbefreiungen in Anspruch nehmen können, sollten sich schon jetzt bei ihrer jeweiligen Krankenkasse über einen neuen Antrag für 2016 informieren. Die Zuzahlungsbefreiungen von rund sieben Millionen Patienten laufen nämlich Ende 2015 aus. Für chronisch kranke Menschen mit planbarem Einkommen (z. B. monatliche Rente) und regelmäßigen Zuzahlungen (z. B. rezeptpflichtige Arzneimittel) kann eine zu Jahresbeginn ausgestellte Befreiungsbescheinigung eine Erleichterung bei Arzt-, Krankenhaus- oder Apothekenbesuchen sein. Darauf weist der Deutsche Apothekerverband (DAV) hin. Mit dem Zuzahlungsrechner auf dem Gesundheitsportal www.aponet.de lässt sich ermitteln, ob die Belastungsgrenze im Laufe des Jahres überschritten wird. +++

+++ Insgesamt 27 Rote-Hand- oder Informationsbriefe gab es seit 2012 für Ärzte und Apotheker zu neuen Arzneimitteln, deren Zusatznutzen der Gemeinsame Bundesauschuss (GBA) gemäß § 35a Sozialgesetzbuch V bewertet hatte. Doch das Wissen zum Nutzen- und Schadenspotential bei neuen Arzneimitteln ist kurz nach Markteintritt „noch recht vorläufig“, stellte jetzt der GKV-Spitzenverband fest. Statt den Nutzen eines neuen Arzneimittels nur einmal zu prüfen, sollten regelhaft erneute Bewertungen auf Basis realer Versorgungsdaten als verpflichtender Standard beim GBA verankert werden, forderte Johann-Magnus von Stackelberg, der stellvertretende Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. „So können Erkenntnisse über schwere Nebenwirkungen, die erst nach langer Behandlung auftreten, in eine erneute Bewertung einfließen“, heißt es in einer Presseinformation. „Gerade Neben- oder negative Wechselwirkungen mit anderen Präparaten werden vollumfänglich oft erst bekannt, wenn das Arzneimittel bei vielen Patienten im Versorgungsalltag eingesetzt wird.“ +++

+++  Traditionelle Instrumente des Praxis-Marketings, wie das Erscheinungsbild und Verhalten des Praxispersonals sowie die klassische Visitenkarte, gewinnen an Bedeutung zurück. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2015“ der Stiftung Gesundheit. Internet-Aktivitäten, wie Praxis-Homepage und Teilnahme an Online-Verzeichnissen, stellen zwar mit 68 Prozent noch immer die wichtigste Marketingmaßnahme für Ärzte dar, verlieren jedoch seit zwei Jahren an Bedeutung (2014: 73,9 Prozent, 2013: 83,6 Prozent). Dagegen konnte sich das Praxis-Personal als Marketingfaktor 2015 von 48,2 auf 55,4 Prozent steigern; die Visitenkarte von 38,8 auf 43,6 Prozent. Möglicherweise sei die persönliche Ansprache eine Reaktion auf die stark zunehmende Dominanz der Digitalisierung, die eher von nüchterner Sachlichkeit geprägt sei, interpretiert die Leiterin der Studienreihe, Stefanie Woerns, die Entwicklung. Die aktuelle Studie mit dem Schwerpunkt eHealth sowie alle bisherigen Ausgaben der Studienreihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“ seit 2005 finden Sie über www.stiftung-gesundheit.de/stiftung/studien.htm  +++

+++  Lieferengpässe sind ein häufig auftretendes Problem in deutschen Apotheken. Besonders oft konnten Arzneimittel mit Rabattvertrag nicht geliefert werden (91 Prozent). Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Apotheken-Infoportals APOkix, durchgeführt vom IFH Köln unter rund 260 Apothekeninhabern. Fast 78 Prozent der APOkix-Befragten berichteten, dass ihre Apotheke in den vergangenen Monaten mindestens einmal täglich nicht alle bestellten Medikamente erhielt. Mehr als 18 Prozent der Apotheken waren zuletzt mehrmals pro Woche, aber nicht täglich von Lieferengpässen betroffen  +++

+++  Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) spricht vom plumpen Versuch der Einflussnahme durch die Zuckerindustrie. Diese habe sich mit einem Info-Brief an die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Gesundheit gewandt, in dem sich die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) u.a. auf Ernährungsempfehlungen der DDG berufe und daraus schließe, dass Zuckerkonsum kein Risikofaktor für Diabetes Typ 2 sei. Die DDG betrachtet die WVZ-Aktion als unseriös und weist die Argumentation als manipulativ zurück, so in einer DDG-Presseinformation vom 17. November. Sehr wohl sei der weltweit viel zu hohe Zuckerverbrauch gesundheitsschädlich und müsse dringend reduziert werden. Mit ihrem Info-Brief knüpfe die WVZ an ähnliche Strategien der Tabakindustrie an, die jahrzehntelang versucht habe, von gesundheitlichen Folgen des Rauchens abzulenken  +++

November 2015:

+++ Das Leitlinienprogramm Onkologie hat erstmals eine S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom erarbeitet und veröffentlicht. Sie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Ziel der Leitlinie: einheitliche medizinische Standards für Diagnose, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms in Abhängigkeit von Histologie und Tumorstadium. Bisher bestehen für die Diagnose, Behandlung und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms lediglich einzelne Expertenempfehlungen. Die Leitlinie enthält Therapie-Empfehlungen sowie Qualitätsindikatoren. Diese können im Rahmen der Zertifizierung von Krebszentren zur Qualitätssicherung bei der Behandlung von Nierenzellkarzinomen genutzt werden. Für Patienten wird die neue ärztliche Leitlinie in eine laienverständliche Sprache übersetzt. – Der Nierenzellkrebs ist eine Erkrankung älterer Menschen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter beträgt 68 Jahre für Männer und 71 Jahre für Frauen. Die Zahl der Neuerkrankungen wird auf 15.000 jährlich geschätzt; www.leitlinienprogramm-onkologie.de/Nierenzellkarzinom.85.0.html +++

+++ Der Gesamtvorstand der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – hat das Positionspapier „E-Health: Ethische Grundsätze“ beschlossen. Darin werden in zehn Punkten Normen beschrieben, die als „Leitplanken“ für die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens dienen sollen. Der Digitalisierungsprozess dürfe kein Selbstzweck sein; er müsse sich konsequent am Patientenwohl orientieren, heißt es. Die Apotheker möchten dazu beitragen, dass Gesundheitsdaten kontrolliert verarbeitet werden. Die medizinischen Daten sollten zur Verbesserung von Therapie- und Betreuungskonzepten genutzt und vor Missbrauch geschützt werden. Es sei zu verhindern, dass Patienten aufgrund von Datenlagen von Gesundheitsleistungen ausgeschlossen werden +++

Oktober 2015:

+++  43,8 Prozent der Ärzte in Deutschland erwarten, dass therapieunterstützende Apps innerhalb der nächsten zehn Jahre in die Leitlinien aufgenommen werden. Zu diesem Ergebnis kommt die eHealth-Studie 2015 aus der Studienreihe „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“ der Stiftung Gesundheit. Noch im Vorjahr hatten mehr als zwei Drittel der Ärzte bezweifelt, dass Apps in Zukunft überhaupt den Gesundheitszustand ihrer Patienten überwachen könnten oder sich in dieser Funktion durchsetzen würden. „Diese Veränderung ist ein Hinweis darauf, dass sich die Einstellung der Ärzte zum Thema eHealth gerade deutlich verändert“, bilanziert Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit und Gesundheitsökonom am Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg. In der Vergangenheit hatten sich Ärzte bei diesem Thema sehr kritisch und zurückhaltend bis ablehnend gezeigt (vgl. „Die digitalisierte Medizinwelt und ihre Barrieren“ in PERSPECTIV, September 2015). Obermann: „Sie haben die initialen Berührungsängste mit den neuen Medien und Möglichkeiten offenbar nun abgelegt“  +++

+++ Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) intensivieren den Dialog mit Patientenorganisationen bei der Zulassung von Arzneimitteln. Zudem sollen die Interessenvereinigungen unterstützt werden, ihre Expertise auch auf europäischer Ebene in Gremien einzubringen, die sich mit der Nutzen-Risiko-Bewertung von Arzneimitteln befassen. Darauf verständigten sich das BfArM/PEI in Gesprächen mit den Patientenverbänden. Patienten „nehmen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung und Optimierung von Behandlungsstrategien ein“ und seien auch Ideengeber für neue Verfahren, hieß es. PEI-Präsident Prof. Klaus Cichutek: „Die individuellen Erfahrungen von Patienten möchten wir bei der Arzneimittelbewertung nutzen; sie stellen für die Zulassungsbehörden einen erheblichen Mehrwert dar.“ Auch bei Entscheidungen des GBA haben bestimmte Patientenorganisationen bereits ein Mitspracherecht  +++

+++ Die Patienteninformation „Medikamente sicher einnehmen“ wurde vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) aktualisiert. Sie geht auf das Problem ein, dass Medikamente oft nicht nach Vorschrift eingenommen werden, denn schätzungsweise nehmen etwa die Hälfte der Patienten ihre dauerhaft verordneten Arzneimittel nicht richtig ein, teilte die KBV mit. Das zweiseitige Infoblatt erklärt Patienten, warum die korrekte Einnahme für eine erfolgreiche Behandlung wichtig ist und wie sie Arzneimittel sicher anwenden. Die Patienteninfos werden im Auftrag von KBV und BÄK erstellt. Das ÄZQ hat bereits mehr als 50 solcher Informationen verfasst, einige davon in mehreren Sprachen. Die Themen reichen von Krebs über Herzschwäche und Hauterkrankungen bis zu Hinweisen zur Antibiotikatherapie. Die Dokumente können im KBV-Netz unter portal.kv_safenet.de heruntergeladen werden +++

+++ Der ARMIN-Medikationsplanserver  ist für das sichere Netz der KVen zertifiziert und in Betrieb genommen worden. Ärzte und Apotheker, die sich an der Arzneimittelinitiative in Sachsen und Thüringen beteiligen, können nun sichere Informationen austauschen.Der Server ist nur von den betreuenden Ärzten und Apothekern mit Hilfe des KV-SafeNet erreichbar. Darüber können die Ärzte und Apotheker die Medikationspläne eingeschriebener Patienten einsehen und aktualisieren. Weiterführende Informationen: www.arzneimittelinitiative.de  +++

September 2015:

+++ „Ärztliche Behandlung von Flüchtlingen – was tun?“ Dazu gibt eine Web-Broschüre der KV Rheinland-Pfalz Auskunft. Ärzte finden darin Informationen über Patienten, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen sowie über die Modalitäten bei der Versorgung von Patienten ohne legale Aufenthalterlaubnis. Die Broschüre kann unter: www.kv-rlp.de/36941-1051 runtergeladen werden. +++

+++ Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) ist neuer Teil der Allianz deutscher Ärzteverbände. Die Allianz wurde im Mai 2007 vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) e.V., dem Bundesverband der Ärztegenossenschaften (BVÄG) e.V., der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) e.V., dem Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands e.V., aus MEDI-GENO Deutschland e.V. und dem NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V., gegründet. Insgesamt hat der Dachverband nun 26 Mitgliedsverbände mit insgesamt rund 120.000 Ärzten. +++

+++ Eine APOkix-Umfrage des IFH Köln zeigt: Apotheken ergänzen immer öfter ihr Sortiment mit Produkten rund um Haus- und Heimtiere. Während die nichtverschreibungspflichtigen Arzneimittel im Sortiment leicht abnehmen, hat die Zahl sonstiger Produkte rund um Hund, Katze und Co. zugenommen, bestätigt die aktuelle Umfrage unter rund 260 Apothekeninhabern. +++

+++ Honorarärzte können in Kliniken und Praxen einer zulässigen selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Prof. Dr. Peter Hanau. emeritierter Leiter des Instituts für Deutsches und Europäisches Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Köln. Seine Ergebnisse sowie Details zu Dienstverträgen und der Haftung von Honorarärzten stellt er auf dem  16. Deutschen Medizinrechtstag am 18./19. September 2015 in Berlin vor. Das diesjährige Motto: „Der Arzt im Spannungsfeld zwischen Haftung, Regress(verzicht) und den Unwägbarkeiten des Gutachtens“. Programm und Anmeldung: www.medizinrechts-beratungsnetz.de/deutscher-medizinrechtstag +++

+++ Vernetzung, Telemedizin, neue Therapien – das Ziel: Effizienz und Versorgung zu steigern und die eigene Wettbewerbsposition zu sichern. Doch wann wird Digital Health zur Versorgungsrealität? Welche Auswirkungen haben der Innovationsfonds und das E-Health-Gesetz? Wie kann die Herausforderung Datenschutz gelöst werden? Experten widmen sich diesen Fragen bei den 2. Innovationstagen Gesundheit Digital Health am 21./22. Oktober in Berlin. Anmeldungen: www.managementcircle.de/anmeldung/b/detailseite/5328.html +++

+++ Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist weiter zurückgegangen: Anfang 2015 gab es 208 Apotheken weniger als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt sank die Zahl der Apotheken um ein Prozent auf 20.436 Betriebsstätten gesunken. Diese Angaben beruhen auf Informationen der Apothekerkammern. +++

August 2015:

+++  Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten genießen hohes Vertrauen bei ihren Patienten (vgl. auch nächste Meldung). Das zeichnet sich bei der aktuellen Versichertenbefragung der KBV ab. So gaben 91 Prozent der Befragten an, dass das Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt hoch oder sehr hoch sei. Auch die fachlichen Fähigkeiten werden sehr positiv eingeschätzt: 92 Prozent der Befragten bewerten diese mit gut oder sehr gut. Die Forschungsgruppe Wahlen führte die Befragung im Auftrag der KBV bei mehr als 6.000 Versicherten durch. Dabei ging es auch um die Wartezeit auf Termine, um die Termintreue seitens der Patienten sowie um Prävention. Die vollständigen Ergebnisse stellt die KBV am 28. August vor  +++

+++ Vertrauenswürdigkeit und fachliche Kompetenz sind entscheidende Merkmale, mit denen niedergelassene Haus- und Fachärzte ihre Patienten langfristig an die Praxis binden können. Das geht aus der „Arzt-Patienten-Beziehung 2014“ des Marktforschungsinstituts Toluna hervor. Rund 1.000 Patienten wurden befragt. 89 Prozent nannten fachliche Kompetenz als wichtigstes Merkmal für Haus- und Fachärzte. An zweiter Stelle mit 88 Prozent die Zustimmung zur Frage, ob sie ihrem Arzt vertrauen könnten. Einen Vertrauensvorschuss genießen Ärzte, wenn sie Empathie zeigen, denn für 85 Prozent ist es wichtig, dass sie sich als Patient ernst genommen fühlen, sich Ärzte Zeit nehmen und zuhören. Weiteres Kriterium sind eine gute räumliche Erreichbarkeit sowie per Telefon (84 Prozent)  +++

+++  Der Gründer der ärztlichen Sozialorganisation „Praxis ohne Grenzen“, Dr. Uwe Denker (Bad Segeberg), hat ein wichtiges Büchlein über seine Tätigkeit und die Erfahrungen in der ersten dieser Hilfspraxen herausgebracht: In einem überregulierten und ökonomisierten Gesundheitssystem werden bedenkliche Defizite aufgezeigt. Schicksale zeigen exemplarisch, wie wichtig humanitärer Einsatz und ärztliches Handeln sind. Nie sollten wir vergessen, dass wir eine Verpflichtung dem Patienten gegenüber haben, die weit über das Vertragsarztwesen hinaus geht, rezensierte Dr. Klaus Bittmann (ÄG Nord). Ohne Moralisieren ein Appell an das soziale Gewissen und der Hinweis auf unsoziale Fakten in unserem Land. Das Buch „Praxis ohne Grenzen – Medizin in einem reichen Land“ erscheint im Verlag Edition Wartenau (ISBN 978-3-941308-12-1)  +++

+++  Immer mehr Ärzte nutzen die Möglichkeit, Leistungen zu delegieren. Programme wie EVA, Verah oder Agnes gewinnen an Beliebtheit. Dr. Hans-Joachim Helming, Vorsitzender KV Brandenburg, berichtet über eine nach wie vor große Nachfrage bei der Fortbildung der Arzthelferin zur Fallmanagerin – kurz Agnes II. In Mecklenburg-Vorpommern entlasten derzeit 140 Versorgungsassistentinnen 117 Hausärzte bei ihrer Arbeit. Auch das 2009 eingeführte Programm Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (Verah) hat sich nach Angaben der KV Mecklenburg-Vorpommern bewährt.  +++

+++  Der medizinische Nachwuchs lehnt Einzelkämpfertum, Routine und ständige Überstunden auf Kosten des Privatlebens heute weitgehend ab. Diese Einstellung sei nicht mit der klassischen ärztlichen Ausbildung und althergebrachten Tätigkeiten vereinbar, so KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen. Er kritisierte die Krankenkassen, die den Ärzte- und Nachwuchsmangel noch immer nicht wahrhaben wollten. Ein heute fertig ausgebildeter Arzt werde einen in den Ruhestand gehenden nicht voll ersetzen. Gassen: „Wenn junge Ärzte auf die 40-Stunden-Woche pochen, dann ist klar, dass dies einen niedergelassenen Arzt, der im Schnitt 53 Stunden arbeitet, nicht aufwiegt.“ (Quelle: BAH-Magazin „Das freie Medikament“)   +++

+++  Die Kommunikation mit Schmerzpatienten steht im Fokus des von der Stiftung Gesundheit zertifizierten Hörbuchs „Mit chronischen Schmerzen leben – Neue Wege in der Begleitung von Schmerzpatienten“. Die Audio-CDs richten sich primär an Fachpersonal aus Medizin und Pflege. Die Autorinnen Ursula Frede und Cathrin Otto geben Ärzten, Psychologen und Therapeuten Hilfestellungen, ihre Patienten angemessen zu begleiten, und zwar anhand von Fallbeispielen und Gesprächsausschnitten aus der Praxis. Das Audio-CD-Paket erscheint im Schattauer Verlag  +++

+++  Der 16. Deutsche Medizinrechtstag am 18. und 19. September 2015 in Berlin steht unter der Überschrift „Der Arzt im Spannungsfeld zwischen Haftung, Regress(verzicht) und den Unwägbarkeiten des Gutachtens“. Programm unter www.deutscher-medizinrechtstag.de  +++

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