Praxisalltag

Augentropfen – am besten liegend anwenden

© yuu – Fotolia.de

Die Anwendung von Augentropfen hat Tücken. Sie gelingt nur wenigen Patienten sofort. Besonders älteren oder feinmotorisch eingeschränkten Patienten fällt die korrekte Applikation von Augentropfen oft schwer.

Die Patienten sollten sich flach, also ohne Kopfkissen, und mit geschlossenen Augen hinlegen. Sie führen das Fläschchen mit beiden Händen und lassen einen Tropfen des Medikaments auf den inneren Lidrand fallen. Dann die Augen kurz öffnen und direkt danach wieder für mindestens eine Minute schließen. So verteilen sich die Augentropfen gleichmäßig in der Tränenflüssigkeit. So erläutert Dr. Wolfgang Kircher laut „Pharmazeutische Zeitung online“ die nach seiner Auffassung beste Anwendungsmethode. Apotheker Kircher (Peißenberg/Bayern) ist Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Bei Augentropfen gelte außerdem „weniger ist mehr“. Wolfgang Kircher: „Tropft man mehr als einen Tropfen ins Auge oder ist der Tropfen zu groß, so wird die Flüssigkeitsmenge zu schnell abtransportiert“. Deshalb sollte auch vermieden werden, dass mehr als ein Tropfen ins Auge kommt. Am Beispiel von Augentropfen könne somit gesagt werden, dass Arzneimitteltherapiesicherheit oft also nicht nur vom Wirkstoff, sondern auch von der Arzneiform abhänge.

Weitere Tipps des Experten: Da kalte Flüssigkeiten das Auge reizen, werden Augentropfen besser vertragen, wenn sie vor der Anwendung in der Hand oder in der Hosentasche einige Minuten lang auf Körpertemperatur angewärmt wurden. Außerdem lassen sich aus vielen Kunststoffverpackungen die Augentropfen leichter herauspressen, wenn der Kunststoff durch diese Erwärmung elastisch geworden ist. Und noch etwas: Viele Augentropfen sind so verpackt, dass vor der ersten Entnahme ein Siegel gebrochen werden muss. Patienten, denen das bei den meist kleinen Verpackungen schwerfalle, sollten sich das Siegel vom Apotheker entfernen lassen, empfiehlt Wolfgang Kircher.

Hinterlassen Sie einen Kommentar