Praxisalltag

Arzneimittelsoftware muss jetzt monatlich aktualisiert werden

Die neuen Vorgaben wurden insbesondere aufgrund gesetzlicher Änderungen durch das E-Health-Gesetz erforderlich.

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Ab 1. April gibt es ein monatliches Update für die Arzneimittelstammdaten, das Praxen installieren müssen. Nach Informationen der KBV ist außerdem neu, dass die Verordnungssoftware die Pharmazentralnummer (PZN) des jeweiligen Arzneimittels automatisch auf das Rezept druckt. Damit soll unklaren Verordnungen vorgebeugt werden, so die KBV. „Mögliche Fehlinterpretationen durch den Apotheker sowie zeitaufwendige Rückfragen an die Arztpraxis werden hierdurch zukünftig deutlich reduziert.“

Das Praxisverwaltungssystem (PVS) wird den Arzt zukünftig darüber informieren, dass die Aktualität der Arzneimittelstammdaten abgelaufen und ein Update erforderlich ist. Wenn die Installation seit fünf Arbeitstagen überfällig ist, erscheint bei erstmaligem Aufruf der Software ein entsprechender Hinweis.

Die neuen Vorgaben wurden insbesondere aufgrund gesetzlicher Änderungen durch das E-Health-Gesetz erforderlich. Es sieht unter anderem vor, dass Vertragsärzte für die Verordnung von Arzneimitteln nur solche Programme nutzen dürfen, die Informationen zu Arzneimitteln wie Preise oder Inhalte der Arzneimittel-Richtlinie mit dem jeweils aktuellen Stand enthalten. Die zum 1. April in Kraft tretenden Neuerungen sind das Ergebnis der im August 2017 unter Vermittlung des Bundesschiedsamts abgeschlossenen Vereinbarung zum Anforderungskatalog für Verordnungssoftware, insbesondere zur Aktualisierungsfrequenz der Arzneimittelstammdaten. Bislang erfolgte diese mindestens quartalsweise. Der GKV-Spitzenverband hatte in den Verhandlungen ein 14-tägiges Update gefordert. Die KBV konnte vor dem Bundesschiedsamt durchsetzen, dass es zunächst ein monatliches Update gibt.

Eine 14-tägige Aktualisierungsfrequenz wird erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend, nachdem die Softwareanbieter eine standardisierte Schnittstelle eingeführt haben und Ärzte dadurch leichter die Arzneimitteldatenbank bzw. die Verordnungssoftware wechseln können.

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