Praxisalltag

Augenärzte können Sehhilfen für weitere Patientengruppen verordnen

Die erweiterte Verordnungsfähigkeit sieht das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz vor, das am 11. April in Kraft getreten ist.

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Die Verordnungsfähigkeit von Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe wurde ausgedehnt. Anspruch haben jetzt auch kurz- und weitsichtige Patienten sowie Patienten mit einer Hornhautverkrümmung ab einem bestimmten Dioptrien-Wert zur Fernkorrektur, teilte die KBV mit.

Die Änderung bei der Verordnung von Sehhilfen zur Verbesserung der Sehschärfe betrifft Erwachsene mit verordneter Fernkorrektur ab 6,25 Dioptrien bei Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie ab 4,25 Dioptrien bei einer Hornhautverkrümmung. Ihnen dürfen Augenärzte eine Sehhilfe verordnen, die von der GKV gedeckt ist. Die Verordnung erfolgt dabei wie bei den bisher anspruchsberechtigten Patientengruppen (z. B. Kinder bis 18 Jahre).

Die erweiterte Verordnungsfähigkeit sieht das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz vor, das am 11. April in Kraft getreten ist. Seitdem haben die betroffenen Versicherten einen Leistungsanspruch, und Augenärzte dürfen entsprechend verordnen. Die Hilfsmittel-Richtlinie wird noch angepasst. Die Verordnungsfähigkeit von therapeutischen Sehhilfen wird durch die Neuregelung nicht tangiert.

Wichtig ist, dass die Dioptrien-Grenze bei der verordneten Fernkorrektur erreicht wird und der Augenarzt seine Verordnung entsprechend begründet:

  • Beispiel 1 – Presbyopische Myopie
  • Beispiel 2 – Presbyopische Hyperopie
  • Beispiel 3 – Astigmatismus

Wird nur auf einem Auge die Dioptrien-Grenze erreicht, können für beide Augen Brillengläser oder bei „medizinischer Indikation“ (§ 15 Hilfsmittel-Richtlinie) Kontaktlinsen verordnet werden.

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