Praxisalltag

Aus Fehlern lernen – aber wie?

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Ärztliches Fehlermanagement und das Minimieren von Risiken in Praxen dienen der Patientensicherheit. Ärzte und Psychotherapeuten sollten deshalb auf sicherheitsrelevante Prozesse achten und Fehler innerhalb des Praxisteams offen kommunizieren. Als dienlich bei der Fehler- und Risikobeseitigung haben sich Berichts- und Lernsysteme der deutschen Ärzteschaft für kritische Ereignisse in der Medizin erwiesen.

Dafür zwei herausragende Beispiele: Das Online-Portal www.CIRSmedical.de (Critical Incident Reporting-System) wird vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) in Kooperation mit KVB und BÄK angeboten. Es kann von Ärzten des ambulanten und stationären Bereichs genutzt werden. Zudem existiert speziell für den hausärztlichen Bereich das System www.jeder-fehler-zaehlt.de vom Institut für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main, das hierbei mit dem wissenschaftlichen Institut der Techniker Krankenkasse kooperiert.

Die Systeme arbeiten anonymisiert und sicher. Sie ermöglichen gegenseitiges Lernen aus Fehlern und kritischen Ereignissen. Alle sicherheitsrelevanten Ereignisse, die in der Medizin auftreten, können von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitswesens berichtet werden. Dies können Fehler, Beinahe-Schäden, kritische Ereignisse sowie auch unerwünschte Ereignisse z. B. bei der Arzneimitteltherapie sein.

Die Berichte dürfen keine Daten enthalten, die Rückschlüsse auf die beteiligten Personen oder Institutionen erlauben. Die Übertragung der Daten erfolgt verschlüsselt (SSL-Protokoll). Es werden keine personen- oder ortsbezogenen Daten gespeichert (wie z. B. IP-Adresse). Beim CIRS-Portal werden die Daten auf dem Server in der Schweiz (Universität Basel) durch eine Firewall geschützt. Vor der Veröffentlichung werden alle Berichte von berechtigten Mitarbeitern des ÄZQ gelesen und anonymisiert. Im Anschluss wird der Bericht auf CIRSmedical.de unter „Lernen“ veröffentlicht und zur Kommentierung durch Kollegen freigegeben.

Hintergrund: Bekanntlich sind alle niedergelassenen Ärzte, Psychotherapeuten und Medizinischen Versorgungszentren verpflichtet, ein internes Qualitätsmanagement (QM) einzuführen und weiterzuentwickeln. Dazu zählt das Risiko- und Fehlermanagement. Den Rahmen dafür gibt die QM-Richtlinie für die vertragsärztliche Versorgung des GBA vor.

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