Praxisalltag

Das Aut-idem-Kreuz muss nicht unbedingt ein Kreuzchen sein

Demnach steht es dem Arzt frei, wie er die markierenden Felder, wie beispielsweise das Aut-idem-Feld kennzeichnet.

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Es gibt gute Gründe dafür, statt einem rabattierten Arzneimittel ein anderes abzugeben, zum Beispiel ein namentlich verordnetes Präparat. Das geschieht dann, wenn die Nicht-Abgabe des rabattierten Vertragspräparats aus medizinisch-therapeutischen Gründen notwendig ist. Weiterer Grund für eine alternative Abgabe anstelle des Rabatt-Arzneimittels kann sein: Das Rabattierte ist genau dann nicht lieferbar bzw. nicht auf Lager, wenn ein Patient akut versorgt werden muss. Dafür sieht der GKV-Rahmenvertrag bestimmte „Werkzeuge“ vor. Für Apotheker ist dies das Pharmazeutische Bedenken, also eine Sonderkennzeichnung (die „6“, plus die PZN 02567024) und für Ärzte das Aut-idem-Kreuz.

Mittels des Aut-idem-Kreuzes können Ärzte also verhindern, dass das verordnete Arzneimittel gegen ein rabattiertes ausgetauscht wird. Aber muss das Kreuz wirklich ein „Kreuzchen“ sein? Oder geht es nur darum, das entsprechende Feld auf dem Muster 16, dem rosa Rezeptformular, irgendwie zu kennzeichnen? Die Antwort darauf gaben kürzlich Internet-Portale von Apothekern und Ärzten (vgl. DAZonline v. 26.04.2017) mit Hinweis auf den Kommentar zu § 3 des Rahmenvertrags. Dort heißt es, dass die Anzeichnung  kein „Kreuz“ sein muss, sondern auch andere Kennzeichnungsweisen akzeptiert werden.

Demnach steht dem Arzt frei, wie er die markierenden Felder, wie beispielsweise das Aut-idem-Feld kennzeichnet; z. B. durch Ankreuzen, Durchstreichen, einen Punkt oder Kringel setzen. Entscheidend ist, dass eine Markierung des Feldes erfolgt. Somit wäre es auch völlig in Ordnung, das Aut-idem-Feld mit elektronisch geschriebenem „on“ zu kennzeichnen.  Auch dann kann die Apotheke das verordnete Präparat abgeben.

Die Experten z. B. des Deutschen Arzt Portals weisen darauf hin, dass laut Rahmenvertrag die Kennzeichnung des Aut-idem-Feldes auf dem Rezept auch handschriftlich erfolgen darf und hierfür eine weitere Unterschrift nicht zwingend erforderlich ist. In § 3 Abs. 1 heißt es nämlich: „Der Vergütungsanspruch des Apothekers entsteht [….] dann, wenn die Apotheke bei handschriftlicher Eintragung des „aut idem“-Kreuzes durch den Arzt das von diesem verordnete Arzneimittel abgibt.“

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