Praxisalltag

Entlass-Management steht – Umsetzung ab 1. Oktober 2017

Vom 01. Oktober 2017 können auch Klinikärzte ihren Patienten Kassenrezepte zur Einlösung in Apotheken mitgeben.

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Das Entlassmanagment steht: Vom 01. Oktober 2017 an wird es umgesetzt. Dann können auch Klinikärzte ihren Patienten Kassenrezepte zur Einlösung in Apotheken mitgeben. Die Diskussion der drei Vertragsparteien DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft), KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) und GKV-Spitzenverband um den entsprechenden Rahmenvertrag wurde beigelegt. Hier die wichtigsten Regelungen zum Entlassmanagement im Überblick:

  • Die Verordnung von Arzneimitteln soll auf eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung begrenzt werden. (vgl. § 9 AM-RL).
  • Ist keine Packungsgröße mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung im Verkehr, so kann eine Packung verordnet werden, deren Packungsgröße die Größe einer Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung nicht überschreitet (vgl. § 9 AM-RL).
  • Sonstige Produkte, die in die Versorgung nach § 31 SGB V einbezogen sind, können für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen verordnet werden (vgl. § 9 AM-RL).
  • Für die Verordnung im Rahmen des Entlassmanagements werden Muster-16-Rezepte verwendet, die als Entlassrezepte gekennzeichnet sind (z. B. Vermerk „Entlassmanagement“ o. ä.). Diese Rezepte dürfen nur innerhalb von drei Werktagen zulasten der GKV beliefert werden (vgl. § 11 AM-RL).
  • Patienten haben beim Einlösen von Entlassrezepten die freie Apothekenwahl.
  • Klinikärzte verwenden bis zum Erhalt einer eigenen Krankenhausarztnummer eine siebenstellige Pseudoarztnummer (4444444), an achter und neunter Stelle ergänzt die Klinik einen Fachgruppencode.
  • Die Klinikärzte müssen gemäß der Änderungsvereinbarung zum Rahmenvertrag nicht mehr jedem Patienten ein Entlassmanagement anbieten, sondern nur wenn dies erforderlich ist.
  • Das Verordnungsrecht kann durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Facharztweiterbildung ausgeübt werden.

Die Regelungen finden sich in der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL §§ 9 und 11) sowie im Rahmenvertrag (vgl. hierzu auch PERSPECTIV Juli 2017 – Entlassmanagement erst ab Oktober 2017).

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