Praxisalltag

Fachärzte können jetzt NäPa-Hausbesuche abrechnen

Bisher wurde ihnen der NäPa-Einsatz nur bei Visiten in Pflegeheimen vergütet.

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Fachärzte können mit Beginn Juli 2017 auch die Hausbesuche von qualifizierten nicht-ärztlichen Praxisassistent/innen (NäPa) abrechnen. Bisher wurde ihnen der NäPa-Einsatz nur bei Visiten in Pflegeheimen vergütet. Der jüngste Beschluss des – seit 40 Jahren bestehenden – GKV-Bewertungsausschusses ergänzt das EBM-Delegationskapitel 38 um zwei neue Zuschläge, die ausschließlich von einigen Fachärzten abgerechnet werden dürfen. Diese sind

  • die GOP 38202 als Zuschlag zur fachgruppenübergreifenden Delegationsziffer 38100 („Aufsuchen eines Patienten durch einen nichtärztlichen Mitarbeiter“). Die 38202 ist ausdrücklich als Zuschlag für den NäPa-Besuch in der „Häuslichkeit“ definiert und wird mit 90 Punkten je Sitzung bewertet.
  • die GOP 38207 (83 Punkte) als Zuschlag zur Mitbesuchsziffer 38105 („Aufsuchen eines weiteren Patienten durch einen nichtärztlichen Mitarbeiter“). Auch hierbei wird ausdrücklich auf den häuslichen NäPa-Einsatz hingewiesen.

Die beiden vor einem Jahr eingeführten Zuschläge 38200 und 38205 für den NäPa-Besuch bzw. den Mitbesuch in Pflegeheimen und anderen beschützenden Einrichtungen gelten unverändert weiter, so dass Fachärzte nun das gesamte Besuchsspektrum einer qualifizierten nichtärztlichen Praxisassistentin abdecken können. Die Vergütung der neuen Zuschläge erfolgt extrabudgetär. 17,48 Euro bringt Fachärzten der Hausbesuch einer/s NäPa nach EBM-Kapitel 38, genau so viel der NäPa-Besuch in Pflegeheimen, den auch Hausärzte geltend machen können. Der NäPa-Besuch entsprechend Hausarztkapitel bringt einschließlich Sonderzuschlag 19,59 Euro. Für die erforderliche KV-Genehmigung zur NäPa-Abrechnung müssen die Assistentinnen mindestens 20 Stunden pro Woche beschäftigt sein. Ein Fallzahl-Limit müssen Fachärzte nicht erfüllen.

Für Allgemeinärzte und hausärztliche Internisten ändert sich aktuell nichts. Sie können delegierte Visiten weiterhin entweder über das EBM-Kapitel 38 abrechnen und dann Besuch, Mitbesuch sowie die beiden NäPa-Zuschläge für Heimbesuche (38200 und 38205) ansetzen. Diese beiden Leistungen sind vor allem für kleine Praxen gedacht, die nicht genügend Fälle haben, um die NäPa-Leistungen im Hausarztkapitel abrechnen zu können (GOP 03060, 03062 und 03063), jedoch eine NäPa einsetzen. Unterm Strich sind die Besuchsleistungen im Hausarztkapitel durch die seit Jahresbeginn fließenden Sonderzuschläge (03064 und 03065) etwas besser bewertet als die arztgruppenübergreifende NäPa-Delegation im Kapitel 38.

Laut KBV sind die Abrechnungen von NäPa-Hausbesuchen an die Bedingung geknüpft, dass der jeweils delegierende Arzt vor dem Besuch durch die NäPa die Patienten persönlich gesehen haben muss und dies nicht länger als ein Quartal zurückliegen darf. Auch muss der Arzt den Patienten, der von der NäPa besucht wird, mindestens einmal im Quartal persönlich gesehen haben.

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