Praxisalltag

Hilfsmittel und Arzneimittel dürfen nicht zusammen auf’s Rezept

Nadeln oder Lanzetten und Teststreifen beispielswesise müssen bei Diabetikern somit gesondert verschrieben werden.

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Was darf zusammen auf einem Rezept verordnet werden? Die Regel lautet: Mischverordnungen sind nicht zulässig. Das heißt: Ein Hilfsmittel darf nicht zusammen mit einem Arzneimittel verordnet werden. Nadeln oder Lanzetten und Teststreifen beispielswesise müssen bei Diabetikern somit gesondert verschrieben werden. Auch Impfstoffe und Spritzen dürfen nicht auf einer Verordnung abgerechnet werden, da Nadeln als Hilfsmittel zum Verbrauch eingestuft sind. Diese Rezepte werden mit der Ziffer 7 gekennzeichnet.

Das Verordnungsfeld der Muster-16-Rezepte ist für maximal drei Präparate zugelassen. Arzneimittel, Hilfsmittel oder Verbandsstoffe können verschrieben werden. Wird eine individuelle Rezeptur verordnet, kann aus Platzgründen auch die Rückseite des Dokumentes genutzt werden. Empfohlen wird nur die Verordnung einer Anfertigung pro Formular.

Medizinprodukte zählen zwar nicht zu den Arzneimitteln, dürfen aber zusammen mit entsprechenden Präparaten verordnet werden. Denn Verbandstoffe wie Kompressen und Binden sind keine Hilfsmittel. Gleiches gilt für Teststreifen. Da ihre Verordnung im Arzneilieferungsvertrag geregelt ist, können sie als Arzneimittel behandelt werden. Auch Diätetika, zum Beispiel Trinknahrungen, können auf einem Kassenrezept verordnet werden. Da sie nicht zu den Hilfsmitteln zählen, können auch sie gemeinsam mit Arzneimitteln verschrieben werden. Eine separate Abrechnung ist nicht notwendig. Somit ist eine gemeinsame Verordnung auf dem Muster-16-Formular zusammen mit Arzneimitteln zulässig.

Wird jedoch ein Hilfsmittel abgegeben, muss nach § 302 SGB V die Hilfsmittelnummer auf das Rezept gedruckt werden. Handelt es sich um Gruppenverträge, wird gemäß § 300 SGB V die PZN aufgedruckt. Zusätzlich ist auf Hilfsmittelrezepten eine Diagnose anzugeben. Patienten müssen dann den Empfang des Produktes auf der Rückseite mit Datum und Unterschrift quittieren.

Werden Hilfsmittel zum Verbrauch verordnet, etwa Nadeln, Lanzetten, Inkontinenzeinlagen oder Katheter, müssen Versicherte zehn Prozent des Verkaufspreises als Zuzahlung leisten. Maximal sind pro Monat zehn Euro zu entrichten. Blutzucker- und Blutdruckmessgeräte, Insulin-Pens oder Stechhilfen zählen zu den Hilfsmitteln, die nicht zum Verbrauch eingestuft sind. Patienten zahlen hier zehn Prozent des Preises, jedoch mindestens fünf und maximal zehn Euro.

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