Praxisalltag

Medikationsplan: Nun geht’s los!

Der Countdown für die Praxis-Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans ist abgelaufen.

© Katarzyna Bialasiewicz – istockphoto.com

Von sofort an (1. Oktober 2016) können Patienten, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig anwenden, von ihrem erstbehandelnden Haus- oder auch einem Facharzt einen Medikationsplan erhalten. Dieser enthält eine Übersicht über die verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Arzneimittel eines Patienten. Dazu werden der Wirkstoff, die Dosierung, der Einnahmegrund sowie Hinweise zur Einnahme aufgeführt. Das Feld „Hinweise“ bietet Raum für die freie und individuelle Beschriftung. Hierin können Infos zum Einnahmezeitraum (z. B. 7 Tage einnehmen) oder zur Einnahmeart (z. B. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten) untergebracht werden. In ihrem persönlichen Medikationsplan sehen die Patienten also genau, welche Arzneimittel sie zu welchen Zeiten einnehmen sollen. Dies soll für erheblich mehr Sicherheit bei der Therapie sorgen.

  • Über den Anspruch auf den Medikationsplan müssen Ärzte ihre Patienten zumindest informieren, so wie es das E-Health-Gesetz vorsieht. Die entsprechenden Patienten sollten dabei von der Wichtigkeit dieser Ergänzung zur Verordnung von Arzneimitteln im Sinne einer Optimierung der AMTS überzeugt und bei der korrekten Einnahme der Präparate mit dem genauen Plan unterstützt werden. Deshalb müssen außer Arzneimitteln, die dem Patienten verordnet worden sind, auch die Präparate eingetragen werden, die er ohne Verschreibung anwendet. Das heißt: Der Arzt muss den Patienten aktiv nach selbst gekauften Medikamenten fragen!
  • Der Medikationsplan enthält aus Haftungsgründen (laut KBV) einen Hinweis, dass Vollständigkeit und Aktualität nicht gewährleistet sind – aus dem Grund, weil der Arzt nicht alle selbst erworbenen und eingenommenen Arzneimittel des Patienten ohne dessen Mithilfe kennen kann. Und weil der Patient die Möglichkeit hat, aus welchen Motiven auch immer einzelne Arzneimittel bewusst nicht auf dem Plan eintragen zu lassen.
  • Ärzten wird die zusätzliche Arbeit (Erstellung und Aktualisierung) vergütet, denn für Vertragsärzte besteht die Pflicht, sich an der Pflege des Medikationsplans zu beteiligen. Der erstausstellende Arzt, das dürfte in der Regel der Hausarzt sein, ist zur Aktualisierung verpflichtet; Apotheker aktualisieren den Plan auf Wunsch des Versicherten. Auch andere Ärzte und Krankenhäuser/Kliniken sollen den Plan aktualisieren.
  • Vorerst wird der Plan in Papierform ausgefertigt bzw. ausgedruckt. Spätestens von 2019 an soll er auch auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert werden. Doch dass er für den Patienten zunächst nur auf Papier steht, ändert nichts daran, dass die Praxen ihre EDV aufrüsten sollten. Denn der Medikationsplan enthält schon jetzt einen optional nutzbaren elektronischen Barcode, der alle Informationen in digitaler Form erfasst. Der Plan kann dadurch unabhängig von der jeweiligen Praxis- oder Apothekensoftware per Scanner eingelesen und unkompliziert in Praxen, Apotheken und Krankenhäusern aktualisiert werden. Alle PVS-Anbieter, die von der KBV zertifiziert sind, sollen möglichst bald eine Übernahme der im PVS gespeicherten Daten zur Medikation eines Patienten in den Medikationsplan einrichten. Das Erstellen und Aktualisieren des Plans kann damit direkt aus der Software heraus und unabhängig von der Ausstellung eines Rezepts erfolgen. Die KBV empfiehlt deshalb (lt. Ärzte Zeitung 07.09.2016), dass es sinnvoll wäre, in einen Barcode-Scanner und einen Drucker mit guter Auflösung zu investieren. Wer auf den Scanner (für zweidimensionale Codes) verzichte, müsse die Daten aus dem Medikationsplan per Hand eintippen. Der Barcode setze zudem eine gewisse Druckqualität voraus, damit er in der nächsten Praxis tatsächlich fehlerlos eingelesen werden kann. Empfohlen wird ein Laserdrucker mit einer Auflösung von 300 dpi; doch auch hochauflösende Tintenstrahldrucker mit speziellen Bürofarbpigmenten liefern schmierfreie Druckergebnisse.
  • Laut KBV ist der Medikationsplan vor allem als Überblick für die Gesamtmedikation gedacht. Daher könne er mitunter nicht alle besonderen Szenarien abbilden. Es sei somit sinnvoll, bereits vorhandene spezielle Pläne weiterhin zu nutzen und auf dem Medikationsplan statt der Dosierungsanweisung dann einen direkten Hinweis auf den Spezialplan einzupflegen.

AMTS-Tipp: Q-Pharm stellt den Arztpraxen im Rahmen seiner AMTS-Initiative hilfreiche und unterstützende Materialien zur Verfügung. Diese bestehen aus Informationen für Patienten, Bögen für die Aufzeichnung der Medikation sowie einem Klemmbrett. Insgesamt dienen die Materialien dazu, die individuelle Medikationserfassung zu optimieren. Bei Interesse wenden Sie sich direktan Q-Pharm unter:

Telefon: 0461 / 315 59 56
Free-Fax:
0800 / 399 56 00
E-Mail:
amts@q-pharm.de


Weitere praxisdienliche Detail-Informationen können hier aufgerufen werden:
http://www.kbv.de/html/1150_24683.php
http://www.kbv.de/media/sp/Medikationsplan_Anlage3.pdf
http://www.kbv.de/media/sp/Medikationsplan_FAQ.pdf

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