Praxisalltag

Neue Vordrucke für Heilmittel-Verordnungen zum 1. Januar 2017

Alte Vordrucke verlieren ihre Gültigkeit und können nicht mehr aufgebraucht werden.

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Die Vordrucke für die Verordnung von Heilmitteln werden zum 1. Januar 2017 ungültig. Die KBV empfiehlt den Vertragsärzten, die neuen Formulare rechtzeitig bei ihrer zuständigen KV oder der KBV zu bestellen. Bei der Einführung der neuen Muster handelt es sich um eine sogenannte Stichtagsregelung, teilte die KBV mit. Das heißt, Ärzte müssen ab 1. Januar verbindlich die neuen Muster benutzen. Alte Vordrucke verlieren ihre Gültigkeit und können nicht mehr aufgebraucht werden.

Von den Anpassungen sind die Vordrucke 13 (Physiotherapie und Podologie), 14 (Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie) und 18 (Ergotherapie) betroffen. Die Änderung besteht darin, dass auf den Formularen ein Feld für einen zweiten ICD-10-Kode eingefügt wird. Es wird für die Kennzeichnung bestimmter besonderer Verordnungsbedarfe (Praxisbesonderheiten) benötigt.

Die Liste der besonderen Verordnungsbedarfe wurde für die neuen Vordrucke überarbeitet und um weitere Diagnosen ergänzt. So wurden beispielsweise unter der Kategorie „Geriatrische Syndrome“ eine Reihe von Diagnosen aufgenommen, die ab dem 70. Lebensjahr einen besonderen Verordnungsbedarf darstellen – etwa Demenz und Osteoporose mit pathologischer Fraktur. Bei einigen wenigen Diagnosen war für die Anerkennung als Praxisbesonderheit bisher schon die Spezifizierung mittels eines zweiten ICD-10-Kodes erforderlich, zum Beispiel bei der postoperativen Versorgung einer chronischen Instabilität des Kniegelenkes. Allerdings war es nicht möglich, diese Verordnungen im Falle eines Prüfverfahrens zu erkennen, da der zweite ICD-10-Kode nicht elektronisch erfasst werden konnte.

Um zukünftig die Identifikation des besonderen Verordnungsbedarfs im Vorfeld einer Wirtschaftlichkeitsprüfung eindeutig sicherzustellen, wurde ein zweites elektronisch lesbares ICD-10-Feld auf den Verordnungsformularen geschaffen. Damit können die verordnenden Ärzte im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung noch besser entlastet werden. Für den Arzt besteht keine Verpflichtung, dieses zweite ICD-10-Feld zu befüllen. Der zweite ICD-10-Kode ist lediglich erforderlich, um bestimmte besondere Verordnungsbedarfe, zum Beispiel postoperative Versorgung oder Angabe einer Myelopathie oder Radikulopathie bei Bandscheibenschäden, geltend zu machen.

Die überarbeitete Diagnoseliste der besonderen Verordnungsbedarfe ist ebenso wie die Diagnoseliste des langfristigen Heilmittelbedarfs auch zukünftig in der Verordnungssoftware hinterlegt. So wird automatisch angezeigt, wenn die Verordnung eines Heilmittels einen besonderen Verordnungsbedarf begründet. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Skeletterkrankungen, rheumatische Erkrankungen und Multiple Sklerose. Die Kosten für diese Verordnungen sind bei den Wirtschaftlichkeitsprüfungen (§ 106 SGB V) zugunsten des Arztes zu berücksichtigen.

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