Praxisalltag

Unmut: Auch Telefonnummer soll aufs Rezept

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Seit Juli muss außer der genauen Adresse und dem kompletten Namen des verordnenden Arztes unbedingt auch eine erreichbare Telefonnummer auf dem GKV-Rezept stehen. Eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) schreibt dieses vor. Die Vorgabe gilt für Muster-16-Rezepte und für Verordnungen über Medizinprodukte.

Für die Angabe der Telefonnummer ist bisher jedoch kein Feld auf den Rezeptvordrucken vorgesehen; auch die Arztstempel sind nicht normiert. Die handschriftliche Ergänzung durch den Arzt ist zulässig. Die KBV empfiehlt jedoch, den Vertragsarztstempel anzupassen oder neue Vordrucke zu bestellen (vgl.: www.kbv.de/html/1150_16146.php).

Bei den Ärzten regt sich heftiger Unmut über die neuen Vorgaben. Ein Mediziner aus Kleve z. B. hat sich an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gewandt und kritisiert die unnötige Bürokratie. „Seit Jahren beziehungsweise Jahrzehnten sind unsere Arztstempel vollkommen in Ordnung und erfüllen ihren Zweck“, schreibt der Allgemeinmediziner in seiner Mail-Beschwerde an Gröhe. Plötzlich habe dies nicht mehr gereicht und alle Ärzte hätten ihren Praxisstempel um die Telefonnummer ergänzen müssen. In seiner E-Mail an das BMG spricht er für andere betroffene Ärzte und Apotheker. Bei vielen herrsche Unverständnis und Empörung über den Sachverhalt. Mittels Smartphone, Computer oder anderer Medien sei es heute einfach, die Telefonnummer – falls benötigt – innerhalb von Sekunden zu recherchieren.

In Apotheken muss deshalb zurzeit genau hingeschaut werden, um Retaxationen zu vermeiden, schreibt der Online-Informationsdienst Apotheke-adhoc.de. Die Apotheker seien damit beschäftigt, unvollständige Rezepte auszusortieren und ergänzen zu lassen.

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